
Mit viel Engagement und inspiriert vom demokratischen Aufbruch der Nachwendezeit entstanden in Sachsen in den neunziger Jahren viele Kulturinitiativen. Es gründeten sich Vereine und es wurden ehemalige Kulturhäuser saniert und umgebaut. Mit Unterstützung aus den alten Bundesländern fasste die noch recht junge Sparte Soziokultur auch in Sachsen Fuß. Die Traditionen der Klub- und Kulturhausarbeit aus der DDR gingen in der Soziokultur auf und so manches Volks- oder Kulturhaus wurde zum soziokulturellen Zentrum. Heute blicken wir auf 20 Jahre etablierte Kulturarbeit zurück, die als Bürger- und Breitenkultur den Menschen vor Ort Kultur ermöglicht und dabei alle einlädt, selbst aktiv zu werden. Soziokulturelle Zentren in Sachsen sind Stadteil- oder Gemeindehäuser, künstlerische Experimentierflächen und bieten Räume für Geselligkeit und Austausch. Sie bringen Künstler auf die Bühne, kooperieren mit Schulen, geben Kurse und Workshops oder haben offene Kinder – und Jugendtreffs. Vor allem aber sind sie Orte, an denen Menschen sich selbst kulturell betätigen können – egal ob auf der Bühne oder in einem Malkurs, beim Kinderfest oder als Projektmacher. Mit einem starken Bezug in das Gemeinwesen wirken sächsische Zentren bei der Gestaltung ihres Umfeldes mit. Vom demografischen Wandel bis Stadtteilerneuerung, von Hochwasserschutz bis Kommunalwahl – die Soziokultur verhandelt gesellschaftliche Themen und setzt sich engagiert für die Interessen der Bürger ein.
2012 wollen wir nicht nur feiern, sondern auch unsere Geschichte reflektieren und die Zukunft der Soziokultur debattieren. Neben zahlreichen Veranstaltungen über das Jahr wird unsere Tagung am 29.11.2012 in Leipzig Aus- und Einblicke in die sächsische Soziokultur geben. Unter dem Motto: 20 Jahre Soziokultur in Sachsen. Wer sind wir und warum? Chancen einer bürgernahen Kulturarbeit!, fragen wir vor allem nach der Zukunft und den Chancen einer jungen, starken und zugleich traditionsreichen Kultursparte.
Kaleidoskop Soziokultur
Überall ein bisschen Soziokultur - von Annaberg bis Zittau