KULTUR & ZUSAMMENHALT

Aus der Krise lernen

In dieser Rubrik finden sich Positionen, Aufrufe und Anregungen, für die gegenwärtige und künftige Ausgestaltung von Kultur- und Gesellschaftspolitik. Zudem finden sich Hinweise und Beiträge, die über den Tellerrand hinausschauen, gesamtgesellschaftliche Fragen aufs Tableau heben oder auch einfach nur inspirierend für die eigene Praxis sein können. Die zentralen Fragestellungen sind dabei immer: Was lernen wir aus der Krise? Was muss sich – jetzt und künftig – verändern? Welche Debatten müssen wir führen?

 

Kultur- und Gesellschaftspolitik - Aufrufe und Positionen

 

Runder Tisch des Ministerpräsidenten
Am 28. Mai 2020 lud Ministerpräsident Michael Kretschmer zu einem Runden Tisch in die Staatskanzlei ein, um zu den Maßnahmen der Staatsregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. Teilnehmer der Gesprächsrunde waren Gesundheitsministerin Petra Köpping und Justizministerin Katja Meier sowie Expertinnen und Experten aus den Bereichen Medizin, Pflege und Verwaltung, Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Kultur sowie Bürgerinnen und Bürger. Die Moderation übernahm Frank Richter. Durch den Runden Tisch konnten die Sichtweisen auf die Corona-Krise aus vielen verschiedenen Perspektiven dargestellt und diskutiert werden. Für die freie Kulturszene sprach Anne Pallas, die sich abschließend auch für junge Menschen einsetzte, die nicht nur im Kontext von Schule gesehen werden dürfen, sondern auch mit ihrem Kultur- und Freizeitverhalten. Damit zielte sie nicht nur auf die geförderten freien Träger sondern auf die gesamte Clubszene in Sachsen.
Beitrag dazu bei mdr sachsen   //  Video zur Gesprächsrunde

 

Eckpunkte für Öffnungsstrategien kultureller Einrichtungen
Die Kultur-Ministerkonferenz (Kultur-MK) und die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, haben sich auf Eckpunkte für eine planvolle Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen und Aktivitäten verständigt. Die Eckpunkte enthalten Empfehlungen und Kriterien für Öffnungskonzepte für Kunst- und Kultureinrichtungen aller Sparten und Branchen vor dem Hintergrund der lokalen Entwicklungen der Infektionszahlen. 
Eckpunkte-Papier  //   weitere Informationen

 

Offener Brief: Kultur und Kunst nach Corona
Dr. Tobias J. Knoblich, Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. (kupoge) hat in einem Offenen Brief 10 Punkte für eine Kulturpolitik nach der Coronakrise formuliert. Neben dem System der Kulturförderung durch Bund, Länder und Kommunen hat er dabei auch die nicht öffentlich getragene Kultursäule im Blick: die freien Theater- und Musikensembles, Kunstvereine und Jugendkunstschulen, Literatur- und Künstlerhäuser, soziokulturelle Zentren, Veranstaltungsreihen und Festivals, viele kleinere Projekte, Stadtteilinitiativen und -feste sowie die Kultur in ländlichen Räumen: „Kulturelle Infrastrukturen im Kulturstaat Deutschland sind systemrelevant.“
Link zum Offenen Brief der kupoge

 

Revision der Kulturpolitik: Brauchen wir eine neue »neue Kulturpolitik«?
Gabriele Schulz im Gespräch mit Norbert Sievers und Olaf Zimmermann
Der vor CORONA geschriebene Beitrag ist gerade jetzt aktueller denn je und greift mit dem sehr weitsichtigen Interview über eine nachhaltige Kulturpolitik auch aktuelle Fragestellungen auf. Darin wird vor allem das Wachstumsparadigma auch in der Kultur reflektiert etwa am Beispiel der Industriekultur. Die beiden Verbandvertreter reflektieren überdies die Kulturpolitik der letzten 50 Jahre und wünschen sich eine neue „neue“ Kulturpolitik, die den gesellschaftlichen Wandel mit neuen Narrativen begleiten müsse.
weitere Informationen

 

Stiftungsengagement im Zeichen der Corona-Krise
Der Arbeitskreis Förderstiftungen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen hat den Aufruf „Stiftungsengagement im Zeichen der Corona-Krise“ gestartet. Inhalt des Aufrufes ist eine Selbstverpflichtung, um den von den Stiftungen geförderten Organisationen zu helfen, die von der Corona-Krise unmittelbar und existentiell betroffen sind. Auch wollen die unterzeichnenden Stiftungen, sofern es die finanziellen Mittel erlauben, über bestehende Zusagen hinaus zusätzliche Förderungen zur Verfügung stellen und sich an Nothilfefonds für besonders betroffene Zielgruppen beteiligen.
Link zum Aufruf

 

Digitale Zivilgesellschaft stärken
Zivilgesellschaftlicher Organisationen v.a. aus der Netzpolitik haben Empfehlungen für eine unabhängige digitale Infrastruktur und einen freien Zugang zu Wissen gegeben. Dies sei in Zeiten von Krisen wichtiger denn je. Die Hauptpunkte der Empfehlungen drehen sich um eine Öffnung der Digitalpolitik, um gesellschaftlichen Input, um eine gezielte Förderung digitaler Zivilgesellschaft und des digitalen bürgerschaftlichen Engagements, und um die Entwicklung einer öffentlichen digitalen Infrastruktur.
weitere Informationen

 

Barrierefreiheie Kommunikation - Standards einhalten!
In Zeiten von Corona wird die Kommunikation vielerorts ins Digitale verlegt. Sei es die Kommunikation des Teams im Home Office, die Informationspolitik von Kultureinrichtungen zu abgesagten Veranstaltungen oder auch Kulturangebote wie Konzerte, Theateraufführungen, Museumsrundgänge, Workshops, die nun virtuell angeboten werden – auch hier müssen die Standards der barrierefreien Kommunikation und Information eingehalten werden. Im Infoportal der Servicestelle Inklusion im Kulturbereich finden Sie zahlreiche Informationen rund um das Thema barrierefreie Information und Kommunikation.  
weitere Informationen

 

Corona-Krise verstärkt Ungleichheiten - Erklärung des Antidiskriminierungsverbands
Angesichts der Corona-Krise erklärt der Antidiskriminierungsverband Deutschland die Notwendigkeit Krisenpolitik diskriminierungssensibel zu gestalten. Nicht nur ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen wären betroffen. Aufgrund der massiven Ausgangsbeschränkungen sowie verschärfter Sicherheits-, Migrations- und Arbeitsmarktpolitiken rechne der Verband mit erheblichen “Nebenwirkungen” z.B., wenn Menschen auf engem Raum leben, von Racial Profiling oder unverhältnismäßig von Entlassungen betroffen sind.
weitere Informationen

 

Lockerungen dürfen nicht zur Isolation von Menschen mit Behinderung führen
Seit dem 20. April laufen in Deutschland die ersten Lockerungsmaßnahmen, mit dem Ziel schrittweise zu einer “Normalität” zurückzukehren. Der Druck für weitere Lockerungen steigt täglich, insbesondere mit Hinblick auf den wirtschaftlichen Schaden, den der Lockdown verursacht. Dabei werden zunehmend Exit-Szenarien diskutiert, die eine “Normalisierung” für die Gesunden, Jungen und Fitten vorsehen und eine Isolation für diejenigen, die besonders gefährdet sind. Dieses Vorgehen benachteiligt sogenannte Risikogruppen in doppelter Hinsicht. Durch eine zu schnelle Lockerung bzw. Isolation der Risikogruppen, würden die Freiheitsrechte ungleich verteilt und die Verantwortung für die eigene Gesundheit wieder einzelnen Gruppen zugeordnet.Eine Auswahl an Artikeln zu dieser Thematik:

 

 

Wie Corona die Gesellschaft verändert - Studien Umfragen und Beiträge

 

Wie Menschen mit der Corona-Krise umgehen - Fünf Typen der Bewältigung
Das auf tiefenpsychologische Kulturforschung spezialisierte rheingold Institut hat im Auftrag der Bertelsmann Stiftung untersucht, wie Menschen die Corona-Krise persönlich verarbeiten. Es lassen sich fünf unterschiedliche Typen von Bewältigungsstrategien identifizieren. Diese sollten bei der gesellschaftlichen Bewältigung der Corona-Krise stärker berücksichtigt werden.
Link zur Studie

 

„Lokal kreativ, finanziell unter Druck, digital herausgefordert. Die Lage des freiwilligen Engagements in der ersten Phase der Corona-Krise
Die Corona-Krise bedroht einige gemeinnützige Organisationen wie Jugend- und Bildungsstätten oder Kultureinrichtungen existenziell. Die Politik sollte die Zivilgesellschaft stärker als mitgestaltenden Akteur in der Bewältigung der Corona-Krise erkennen und einbinden, beispielsweise durch einen Zivilgesellschaftsgipfel im Bundeskanzleramt. Das sind Ergebnisse und Empfehlungen der Studie, die Studie von ZiviZ im Stifterverband durchgeführt und von den Bundesländern Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz und der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern gefördert wurde.
Link zur Studie

 

Erwerbsarbeit in Zeiten von Corona
Die Corona-Pandemie hat das Arbeitsleben der Menschen in Deutschland grundlegend verändert. Das zeigen die ersten Auswertungen der Ende März gestarteten Online-Umfrage corona-alltag.de vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). In die Analyse gingen die Aussagen von rund 6.200 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren ein, die bis zum 5. April den Fragebogen der Online-Umfrage ausgefüllt haben.
weitere Informationen

 

Folgend der Pandemie
Die Corona-Pandemie betrifft alle Bereiche unseres persönlichen Lebens. Auch unser Gemeinwesen insgesamt bekommt die Auswirkungen der Krise deutlich zu spüren. Auf der Themenseite der Bundeszentrale für politische Bildung finden sich Interviewbeiträge und Debatten zu den gesellschaftspolitischen Folgen der Corona-Pandemie.
weitere Informationen

 

10 Dinge, die trotz Corona jetzt Mut machen
Es liegt eine Chance im Übel, unsere Welt zum Besseren zu gestalten, menschlicher und lebenswerter zu machen. So können wir am Ende gestärkt aus der Krise hervorgehen. In jedem Fall werden wir alle Profis im Händewaschen sein, so viel ist sicher. In zehn Punkten werden positive und mutmachende Beispiele genannt.
weitere Informationen

 

Blick in die Ferne
Es gibt aktuell wohl kaum ein Gespräch, welches sich nicht um das neue Corona-Virus dreht. In ihrer Podcast-Reihe richtet die Aktion Zivilcourage einen Blick auf andere Regionen der Welt, die von der Krise ebenfalls betroffen sind. Die InterviewpartnerInnen sind dafür meist eine Brücke, denn sie haben ihren Lebensmittelpunkt zwar in Deutschland, stehen aber gleichzeitig in engem Kontakt mit Freundinnen und Freunden oder Verwandten in den Ländern, in denen sie vorher gelebt haben.
zur Podcast-Reihe

 

Diese Website verwendet Cookies.