Auftrag und Selbstverständnis der Soziokultur 

Soziokultur ist eine gemeinwesenorientierte, sparten-, themen-, ressort- und generationsübergreifende Kulturpraxis, die eine breite Teilnahme und Aktivierung
der Bevölkerung anvisiert. Sie ist eine eigenständige Praxis, die Menschen in ihrer Lebenswelt erreicht und zur aktiven Mitgestaltung einlädt. Sie verbindet künstlerische, soziale und politische Ansätze und reagiert flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen. Ihr Auftrag ist es, kulturelle Teilhabe für alle zu ermöglichen, demokratische Prozesse zu stärken und soziale wie kulturelle Vielfalt sichtbar und erlebbar zu machen.

Die Soziokultur ist geprägt von einem geradezu urdemokratischem Grundverständnis, das auf Dialog und respektvollen Umgang miteinander setzt.
Mit dem erklärten Ziel, „Kultur von allen, für alle, mit allen“ zu schaffen, geht ein Bekenntnis zu kultureller Vielfalt, zu aktiver Teilhabe und zur Stärkung des Gemeinwesens einher.

Barbara Klepsch – Staatsministerin für Kultur und Tourismus beim Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Warum Standards notwendig sind

Die fachlichen Standards schaffen ein gemeinsames Fundament für Qualität und Professionalität in der soziokulturellen Arbeit. Sie definieren Ziele, Haltungen und Arbeitsweisen und machen die gesellschaftliche Bedeutung der Soziokultur nachvollziehbar. Gleichzeitig dienen sie als Orientierung für Förderentscheidungen, politische Arbeit und die Weiterentwicklung von Einrichtungen im Freistaat Sachsen.

Standards und Arbeitsprinzipien soziokultureller Arbeit

Soziokulturelle Arbeit ist:

  • interdisziplinär
  • gemeinwesenorientiert und partizipativ 
  • aktivierend und persönlichkeitsbildend
  • diversitätsorientiert und dialogisch 
  • demokratisch

Zentrale Arbeitsprinzipien

  • Offenheit und Transparenz
  • Freiwilligkeit und Niedrigschwelligkeit
  • Partizipation und Selbstwirksamkeit
  • Lebenswelt- und Sozialraumorientierung
  • Diversität (Vielfalt aus Prinzip)
  • Nachhaltigkeit und Ökologie
  • Digitalität

Qualität durch Strukturen und Rahmenbedingungen

Qualität in der Soziokultur braucht verlässliche Strukturen: qualifiziertes Personal, tragfähige Organisationsformen und nachhaltige Finanzierung. Die Standards benennen diese Rahmenbedingungen als Voraussetzung für wirksame Arbeit vor Ort. Sie unterstreichen die Verantwortung von Politik und Verwaltung, soziokulturelle Einrichtungen langfristig zu sichern und ihre gesellschaftliche Wirkung zu ermöglichen.