Die Servicestelle Inklusion im Kulturbereich (SIK) unter dem Dach des Landesverbands Soziokultur Sachsen e.V. lädt Kulturfachleute zur Veranstaltung „Zwischen Repräsentation und Othering – Was sagt die Psychologie dazu?“ ein. Die Veranstaltung beleuchtet, wie gesellschaftliche Vorstellungen von Normalität die Auswahl von Künstler*innen, die Programmgestaltung und die Darstellung von Menschen mit Behinderung im Kulturbetrieb prägen – und wie Kulturinstitutionen Vielfalt sichtbar machen können, ohne Menschen auf einzelne Merkmale zu reduzieren.
Inhaltlicher Ausgangspunkt sind die Erkenntnisse des Psychologen Bertolt Meyer, der in seinem Buch Anders. Was wir aus der Psychologie über den Umgang mit Unterschieden lernen können untersucht, wie Menschen Unterschiede wahrnehmen und wie daraus gesellschaftliche Zuschreibungen entstehen. Gemeinsam mit Lisa Zocher (FORWARD DANCE COMPANY), Pierre Zinke (freischaffender Künstler) und Charlotte Orti von Havranek (Staatsschauspiel Dresden) diskutiert Meyer Fragen aus dem Arbeitsalltag von Kulturinstitutionen: Welche Vorstellungen von Normalität prägen die Programmplanung? Wie beeinflussen Sprache, Auswahlverfahren und institutionelle Gewohnheiten die Repräsentation?
Haushaltspolitischer Kontext: Die Veranstaltung war bis zum vergangenen Jahr Teil des Fast Forward Festivals des Staatsschauspiels Dresden, das in diesem Jahr aufgrund der Kürzungen an der Förderrichtlinie (FRL) Inklusion nicht stattfinden kann. In den Vorjahren wurde die FRL Inklusion kontinuierlich abgebaut und ist seit 2025 auf null gefallen. Im aktuellen Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 sind zudem 5% Kürzungen im Bereich Inklusion vorgesehen, wodurch die SIK ihr Angebot zurückfahren und weniger Veranstaltungen wie diese anbieten muss. Die SIK setzt sich daher weiterhin für eine inhaltliche Überarbeitung der FRL Inklusion ein, damit alle Kulturakteur*innen und -einrichtungen in Sachsen davon profitieren können, und fordert eine ausreichende finanzielle Ausstattung.
Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier: PM_Vielfalt_kuratieren_20.10.2026
