Projektkonzepte für künstlerische Projekte mit gesellschaftlicher Wirkung

Sächsischer Förderpreis für Kunst und Demografie 2026 “KunstZeitAlter”

Schwerpunktthema:  Einsamkeit

Teilnahmefrist: 24.08.2026

Der Sächsische Förderpreis „KunstZeitAlter“ 2026 rückt das Thema Einsamkeit in den Fokus – eine stille, aber weit verbreitete Herausforderung unserer Zeit. 

Einsamkeit 

…ist eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung des demografischen Wandels. Sie betrifft Menschen aller Generationen, von älteren Bürger*innen über Alleinerziehende bis hin zu Jugendlichen, und ist oft verbunden mit Isolation, fehlender sozialer Resonanz und mangelnder Teilhabe.

 

Gesucht 

…werden überzeugende Projektkonzepte für künstlerische Vorhaben, die mit Mitteln von Kunst und Kultur neue Zugänge zu diesem gesellschaftlich relevanten Thema eröffnen.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung innovativer Ideen, die Einsamkeit sichtbar machen, Begegnung ermöglichen und Impulse für mehr Teilhabe und Miteinander setzen. Der Preis fördert die Umsetzung eines ausgewählten Konzepts.

 

 

Ausgezeichnet 

…wird ein Projekt, das mit Mitteln von Kunst und Kultur Einsamkeit sichtbar macht, Begegnung ermöglicht und neue Formen des Miteinanders erprobt.
Der Preis ist mit 10.000 € dotiert und wird von der Johanna und Fritz Buch Gedächtnis‑Stiftung gestiftet, die die Förderung der Verbindung von Kunst, Demografie und gesellschaftlicher Teilhabe über die Jahre hinweg kontinuierlich unterstützt.

 

 

Anliegen des Preises

Der demografische Wandel, gesellschaftliche Transformationsprozesse und veränderte Lebensweisen führen dazu, dass Einsamkeit für viele Menschen zu einer realen Erfahrung wird. Fachliche Einschätzungen – etwa des Deutschen Ethikrates – weisen darauf hin, dass Einsamkeit nicht nur Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität hat, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Strukturen beeinflussen kann.

Der Förderpreis setzt hier an und stärkt die Rolle von Kunst und Kultur als verbindende Kraft. Ziel ist es, künstlerische Konzepte zu fördern, die Einsamkeit in ihren unterschiedlichen Facetten thematisieren, gesellschaftliche Dialoge anstoßen, Teilhabe und Begegnung ermöglichen sowie neue Formen solidarischen Miteinanders erproben.

Kunst und Kultur bieten dabei besondere Zugänge: Sie können Erfahrungen sichtbar machen, Perspektivwechsel ermöglichen und Menschen miteinander in Beziehung setzen. Der Preis versteht sich als konzeptionelle Förderung für Projekte mit Übertragungswirkung in andere Regionen oder Arbeitsbereiche. 

Themenschwerpunkt 2026: Einsamkeit

Einsamkeit ist kein Randphänomen, sondern eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung unserer Zeit. Sie kann alle Altersgruppen betreffen – junge Menschen ebenso wie ältere, Menschen in Übergangsphasen ebenso wie dauerhaft Ausgegrenzte.

Zugleich zeigen zivilgesellschaftliche Initiativen, dass Engagement und gemeinschaftliche Aktivitäten wirksame Wege sind, Einsamkeit zu begegnen. Projekte schaffen Räume für Begegnung, stärken Netzwerke und fördern Zugehörigkeit.

 

Der Förderpreis greift diese Perspektive auf und fragt:

  • Wie kann Kunst Einsamkeit erfahrbar und verstehbar machen?
  • Welche künstlerischen Formate schaffen neue Verbindungen zwischen Menschen?
  • Wie können kulturelle Projekte gezielt Teilhabe fördern und Isolation entgegenwirken?
  • Welche Rolle spielt Gemeinschaft im lokalen Umfeld?

Einsamkeit und künstlerische Konzepte

Vor diesem Hintergrund regt der Preis „KunstZeitAlter“ 2026 dazu an, sich künstlerisch zu beschäftigen und zu untersuchen, wie Einsamkeit in unterschiedlichen Lebenslagen entsteht, wie sie erlebt wird und wie sie sichtbar, ansprechbar und veränderbar gemacht werden kann.

Konzepte können z. B.:

  • individuelle Erfahrungen von Einsamkeit sichtbar machen (Geschichten, Biografien, Alltagsformen),
  • soziale Bedingungen von Einsamkeit aufgreifen (Strukturen, Orte, Räume, Sprachen, Technologien),
  • Einsamkeit künstlerisch erfahrbar machen
  • Begegnungsformate &soziale Verbindungen schaffen, erproben, die gemeinsames Erleben, Austausch und gemeinsame Gestaltung ermöglichen,
  • unterschiedliche Lebensrealitäten einbeziehen und gesellschaftlich reflektieren (z. B. Pflege, Ehrenamt, Teilhabe von Jugendlichen oder älteren Menschen),
  • digitale und analoge Begegnungsmöglichkeiten miteinander verbinden und kritisch hinterfragen  & lokale Gemeinschaften stärken.

Gesucht werden also keine „rein repräsentativen“ Kunstprojekte, sondern partizipative Konzepte, die mit ihrem Aufführungsort, ihren Beteiligten und der Öffentlichkeit gemeinsam Einsamkeit erfahrbar, diskutabel und durch konkrete Formen des Miteinanders Einsamkeit aufbrechen.

Ziel & Inhalt

Der Förderpreis richtet sich ausdrücklich an neu ausgearbeitete Konzeptideen für künstlerische Vorhaben, die noch nicht durchgeführt wurden und deren Realisierung im Zeitraum 2026 bis Ende 2027 geplant ist.

 

Gefördert wird ein Projekt, das:

  • sich inhaltlich und künstlerisch mit dem Thema Einsamkeit im Kontext des demografischen Wandels auseinandersetzt,
  • eine klare Zielgruppe und Beteiligungsformen hat,
  • eine nachvollziehbare soziale Wirkung im Gemeinwesen beschreiben kann,
  • im Rahmen eines klar strukturierten Zeit- und Finanzplans umsetzbar ist.

 

Die Formate können frei gewählt werden: Theater, Performances, partizipative Installationen, Ausstellungen, Musikprojekte, Tanz, Film, digitale Formate, interdisziplinäre Projekte u. v. m.

Teilnahme

Teilnahmeberechtigt sind:

  • Kultureinrichtungen, Einrichtungen der Kulturellen Bildung und soziokulturelle Zentren mit Sitz und Wirkungskreis in Sachsen,
  • freie Initiativen und Projektträger mit gemeinnütziger Rechtsform mit Sitz und Wirkungskreis in Sachsen,
  • Künstlerinnen und Künstler in Kooperation mit einer in Sachsen ansässigen Institution.

Die eingereichten Vorhaben müssen:

  • neu entwickelt sein,
  • in Sachsen umgesetzt werden,
  • als Konzept (inkl. Kosten- und Finanzierungsplan) eingereicht werden.

Zugelassen sind Projekte aus dem professionellen, semiprofessionellen sowie aus dem Laienbereich (unter künstlerischer Anleitung).

 

Teilnahmebedingungen

Einreichung folgender formloser Unterlagen ausschließlich über das TN-Formular hier:

  1. Eine Kurzbeschreibung des Vorhabens inkl. Kontaktdaten des Projektträgers
  2. Ein ausführliches schriftliches Konzept* mit:
    • Darstellung der künstlerischen Idee und inhaltlichen Auseinandersetzung
    • Beschreibung der geplanten Bürgerbeteiligung
    • Zeit- und Ablaufplanung
    • Detailliertem Finanzplan

Das eingereichte Konzept muss die Realisierbarkeit des Vorhabens nachvollziehbar darstellen. Es darf noch nicht stattgefunden haben. Der Projektdurchführungszeitraum muss für 2026 bis Ende 2027 geplant sein. 

* als Anhang/ Upload * Beachtung der max. Seiten-Anzahl von 3 DIN A4-Seite

 

Teilnahmefrist:24.08.2026

Die Einreichung erfolgt ausschließlich online über das Online-Teilnahmeformular inkl. Upload der geforderten Anhänge.

 


Bitte vormerken:
Sollte Ihr Projektkonzept die Finalrunde erreichen, findet die Jurysitzung am 07.10.2026 statt. Wir empfehlen, diesen Termin vorsorglich in Ihrer Zeitplanung zu berücksichtigen.

Einsendung der Bewerbung

Hinweis zum Format: alles in einem zusammengefassten pdf-Dokument; max. 3 DIN-A4-Seiten (inkl. Fotos und weiterführende Links). Bei Überschreitung der vorgegebenen maximalen Seitenanzahl von 3 DIN-A4-Seiten bei der ausführlichen Projektbeschreibung, kann die Einreichung nicht im Wettbewerb um den Preis berücksichtigt werden!

Bewertungskriterien & Auswahlverfahren

Bewertungskriterien:

Die eingereichten Projektkonzepte werden anhand einer einheitlichen Bewertungsmatrix beurteilt. Diese umfasst drei zentrale Hauptkategorien mit insgesamt acht Einzelkriterien. Im Mittelpunkt der Bewertung steht die ausgewogene Betrachtung von künstlerischer Qualität, gesellschaftlicher Wirkung und praktischer Umsetzbarkeit.

Künstlerisch-konzeptionelle Qualität & Themenbezug
In dieser Kategorie wird die künstlerische und inhaltliche Qualität des Projektkonzepts bewertet. Im Fokus stehen die Stringenz des Gesamtkonzepts, die Qualität der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Einsamkeit“ sowie der Innovationsgrad und die ästhetische Qualität des Ansatzes.

Partizipation, Wirkung & gesellschaftliche Einbindung
Diese Kategorie bewertet, wie das Projekt Menschen einbindet und im Gemeinwesen wirkt. Berücksichtigt werden insbesondere die Qualität der Beteiligungskonzepte, die Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen sowie die erwartete gesellschaftliche Wirkung und deren nachvollziehbare Herleitung (Wirkungslogik).

Umsetzbarkeit, Struktur & Ressourcen
Im Mittelpunkt dieser Kategorie steht die praktische Realisierbarkeit des Projekts. Bewertet werden die organisatorische und inhaltliche Umsetzbarkeit, die Plausibilität von Zeit- und Ablaufplanung sowie die Ressourcen- und Finanzplanung. Zudem wird berücksichtigt, inwieweit das Projekt auf andere Kontexte übertragbar ist.

Die Bewertung erfolgt auf Grundlage dieser Kriterien durch ein Expert*innen-Gremium sowie die Jury im Rahmen eines mehrstufigen Auswahlverfahrens.

 

Auswahlverfahren

Expert*innen-Vorauswahl
Alle eingereichten und formal gültigen Konzepte werden durch ein Expert*innen-Gremium anhand einer umfassenden Bewertungsmatrix mit festgelegten Bewertungskategorien beurteilt. Die Bewertung erfolgt unabhängig durch die einzelnen Mitglieder mittels Schulnoten.
Aus den Einzelbewertungen wird eine Gesamtnote gebildet. Die zehn bestbewerteten Beiträge qualifizieren sich für die Finalrunde. Die Expert*innen-Bewertung fließt mit 50 % in die Gesamtbewertung ein.

Jurybewertung & Jurysitzung
Die Finalbeiträge werden von der Jury vorab ebenfalls anhand der Bewertungsmatrix unabhängig bewertet (25 % der Gesamtbewertung).
In der Jurysitzung präsentieren die Finalist*innen ihre Projekte im Rahmen eines Online-Pitches und beantworten Rückfragen der Jury. Anschließend erfolgt eine weitere unabhängige Bewertung des Pitches und Fachgesprächs (25 %).

Gesamtentscheidung
Die drei Teilbewertungen werden zu einer Gesamtnote zusammengeführt und ergeben ein rechnerisches Ranking. Bei sehr knappen Ergebnissen oder Punktgleichheit kann die Jury eine finale gemeinsame Beratung durchführen.
Die Entscheidung erfolgt auf Basis der Gesamtbewertung zur Ermittlung des Preisträgerkonzepts.

Fachexpert*innen-Gremium

Denny Helmer
Geschäftsführer Kulturzentrum Goldne Sonne Schneeberg;

Prof. Dr. Georg Jahn
Professur für Angewandte Gerontopsychologie und Kognition; Technische Universität Chemnitz, Institut für Psychologie

Oliver Lücking
Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Sachsen 
c/o Kinder- und Jugendring Sachsen e.V.

Fiona Merfert
Projektmanagerin Westsachsen; Servicestelle Quartiersentwicklung und Gemeinwesenarbeit Sachsen

Manuela Scharf
Beauftragte für Menschen mit Behinderungen/Senioren der Landeshauptstadt Dresden

TanzART – Zentrum für Tanz, Bewegung & Kunst
Gewinner des Preises „KunstZeitAlter“ 2024

Axel Weber
wissenschaftl. Mitarbeiter am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V., 
Kompetenznetz Einsamkeit

Jurymitglieder

Dr. iur. Jochim Thietz-Bartram
Rechtsanwalt / Vorsitzender des Vorstandes der Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung

Susanne Meyer
Referatsleiterin Allgemeine Kulturförderung, Kulturräume; Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Christiane  Lehmann
Regisseurin, Dramaturgin & Kulturvermittlerin; Leiterin der Bürger:Bühne am Staatsschauspiel Dresden

Diana Wesser
Interdisziplinäre Künstlerin mit Schwerpunkt partizipative Performance und Stadtraum

Hinweise zur Projektkonzeption

Zur groben Orientierung der formlosen Konzeptdarstellung hier eine Übersicht für eine mögliche Gliederung 

 

  • Projekttitel (Kurzer, passender und verständlicher Titel)

     
  • Projektort

     
  • Projektzeit 
    • In welchen Zeitrahmen soll das Projekt stattfinden? (Beginn und Ende) 
    • die einzelnen Projektphasen (Planungsphase, Vorbereitung, Durchführung, Abschluss und Auswertung) kurz erläutern und zeitlich festlegen 

       
  • Zusammenfassung (siehe Kurzbeschreibung) 
    • Betonung der Aspekte, die klar herausstellen, weshalb Beantragung bei dieser Förderrichtlinie (Nutzung von zentralen, charakterisierenden Schlüsselwörtern) 
    • Beschränkung das Wesentliche des Projektes 
    • Was zeichnet dieses Projekt im Vergleich zu anderen aus? (Alleinstellungsmerkmal) 

       
  • Hintergründe zum Vorhaben 
    • Wie stellt sich die aktuelle Situation dar? (Bedarfsanalyse) 
    • Weshalb ist dieses Projekt wichtig/ notwendig? 
      (Hintergrund & Motivation für das Projekt) 
    • Welche projektbezogenen Kompetenzen und Erfahrungen 
      bringt der Projektträger mit? 
    • Gibt es evtl. bereits Strukturen, an die das geplante Projekt andocken 
      bzw. darauf aufbauen kann? 

       
  • Ziel des geplanten Projektes 
    • Was ist von zentralem Interesse bei diesem Projekt? (roter Faden des Projektes) 
    • Welche Ziele sollen mit dem Projekt verfolgen werden? 
    • Welche Resultate soll das Projekt hervorbringen? 
    • Was soll perspektivisch, über die Projektlaufzeit hinaus erreicht werden? 

       
  • Zielgruppen 
    • Welche Zielgruppen sollen mit diesem Vorhaben erreicht werden – weshalb diese? 
    • Welche Eigenschaften zeichnen diese Zielgruppe(n) besonders aus? 
    • Welche Wünsche und Bedürfnisse bringt diese Zielgruppe wahrscheinlich mit? 

       
  • Projektverlauf/ -ablauf
    • Welche konkreten Maßnahmen sind geplant, um die definierten Ziele zu erreichen? 
    • Aus welchen „Bausteinen“ besteht das Vorhaben und in welcher Reihenfolge sollen diese erfolgen? 
    • Was sind die einzelnen Arbeitsschritte und Methoden: z.B. Seminar, Workshop, Aktionswoche, Podiumsdiskussion, Konzert, Fest, Broschüre, Konferenz. – weshalb ist genau diese Methode sinnvoll? o Welche zeitlichen, räumlichen und finanziellen Ressourcen sind notwendig? o bei einem Modellprojektes: Was kann man unternehmen, damit die im Modellprojekt erreichten Ergebnisse auch von anderen genutzt und übertragen werden können? 

       
  • Angaben zum Kosten- und Finanzierungsplan 
    • Ist der Kosten-Finanzierungsplan nachvollziehbar und realistisch? (weder unter- noch überdimensioniert) 
    • Dabei ist es wichtig auf die Verhältnismäßigkeit zu achten (z.B. Verhältnis der Kosten für Öffentlichkeitsarbeit im Gesamtkostenvergleich; Verhältnis der Kosten im Bezug auf die die erreichten Teilnehmeranzahl) 

       
  • Kooperationspartner und Allianzen 
    • Welche Kooperationspartner beteiligen sich mit welchen Beiträgen am Projekt? 

       
  • Öffentlichkeitsarbeit
    • Welche Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind geplant? (Maßnahmen, um das Projekt und seine Ergebnisse bekannt zu machen) 
    • Darstellung der Nachhaltigkeit des Projektes 
    • Bei einer Projektdokumentation sollte man sich ebenfalls die Frage stellen, ob diese wirklich in gedruckter Version notwendig ist und wenn ja, wofür diese genutzt werden kann/ soll.
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Portraitfoto von Kathrin Weigel, Referentin Soziokultur.

Kathrin Weigel Referentin Soziokultur

Sprechzeit:
Di - Do: 8:00 – 12:00 Uhr
sowie nach individueller Vereinbarung