Am 4. Oktober 2018 fand in der Leipziger Kulturfabrik der erste Leipziger Kinderkongress statt. 120 Kinder aus acht Leipziger Schulen nahmen an neun Workshops teil, die in ganz unterschiedlicher Art und Weise verschiedene Themen im Kontext der UN-Kinderrechtskonvention zum Thema hatten. Der Kongress wurde begleitet und dokumentiert von einem Kinder-Reporterteam.
Unabhängig von einer gemeinsamen Zielformulierung konnte sich das Organisationsteam darüber freuen, dass ein unausgesprochenes Ziel erreicht wurde: die teilnehmenden Kinder haben sich mit unbändiger Bereitschaft in den Workshops eingebracht, ihre Expertise zu den verschiedenen Themen und ihre ganz eigene Perspektive beigesteuert.
Der Kongress stellte als erste Veranstaltung seiner Art, die Kinder mit ihren Rechten, ihren Anliegen und Bedürfnissen ins Zentrum. Diese wurden mit Methoden der kulturellen und kreativen Bildung umgesetzt.
Die Ergebnisse wurden dem Oberbürgermeister Herrn Jung übergeben. Zudem werden sie im Koordinierungskreis „Gesundes Leipzig“ vorgestellt. Dort sind Personen aus der ganzen Stadtverwaltung, dem Landesamt für Schule und Bildung sowie den Fraktionen vertreten. Des Weiteren wurden die Ergebnisse an dort nicht vertretene Verantwortung tragende weitergeleitet.
Die Workshops und ihre Methoden
- Workshop: Miteinander und Integration
- Inhalt: Ob in der Schule, im Wohnhaus oder im Sportverein - oft funktioniert es gut, das Miteinander zwischen Jung und Alt. Manchmal gibt es aber auch Streit und man kann sich nicht immer gut einigen. Was braucht es denn für ein gutes Miteinander? Diesen Fragen gingen Cornelia Pauschek (Referentin für Familienpolitik, Leiterin Familieninfobüro Stadt Leipzig), Kerstin Motzer (Seniorenbeauftragte Stadt Leipzig), gemeinsam mit 15 Schülerinnen und Schülern nach.
- Methode: Rollenspiele, Collagenarbeit
- Workshop: Einmischen und Mitreden - Dein Recht auf Meinungsäußerung und Mitbestimmung
- Inhalt: Kinder dürfen sagen, was sie denken und ihre Meinung muss beachtet werden, bei Dingen bzw. Entscheidungen, die sie betreffen. Doch haben sie auch das Gefühl, dass eure Meinung gehört und berücksichtigt wird? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wo könnt ihr mitreden und mitbestimmen? Und bedeutet mitbestimmen, dass man machen kann, was man will? Diesen Fragen gingen die Kinder gemeinsam mit Nicole Netwall & Hugo Kaltefleiter (Geschäftsstelle Kinder- und Jugendbeteiligung, Begleitung Jugendparlament Stadt Leipzig) nach.
- Methode: Rollenspiele, Collagenarbeit
- Workshop: Meine Stadt
- Arbeitsaufgabe: Die Workshopleitung arbeitet daran, die Menschen, die in Leipzig leben, besser bei der Entwicklung Ihrer Stadt mit einzubeziehen. Dazu führen die Leiter*innen Veranstaltungen durch, bei denen sie jeweils aktuelle Aufgaben der Stadtverwaltung vorstellen und wissen wollen, was sie besser machen können oder vielleicht vergessen haben. Bisher haben sie dabei nur mit Erwachsenen zu tun. Da in Leipzig aber immer mehr Kinder wohnen und Kinder ganz andere Wünsche an Ihre Stadt haben als Erwachsene, wollen die Workshopleiter*innen gerne mit Kindern über ihre Stadt sprechen. Workshopleitung: Silvia Haas (Koordinierungsstelle „Leipzig weiter denken“) & Jan Richert (Stadtentwicklungsplanung)
- Methode: Entwurf und bildnerische Umsetzung eines Stadtplans
- Workshop: Mobbing
- Inhalt: Die Workshopleitung ist Platz im Raum und erforschen diesen mit euch spielerisch beim Leipziger Kinderkongress in einem Workshop. Denn – jeder hat seinen Platz: in der Familie, im Alltag, im Leben. Und Raum zum Träumen, Entwickeln, Ausprobieren und sich überraschen lassen. Daher freuen sich die Leiter*innen uns auf neugierige, spielwütige und freudige große und kleine Leute, die den Kinderkongress zum Wackeln bringen.
- Methode: Darstellendes Spiel
- Workshop: Gesundheit und Bewegung
- Inhalt: In diesem Workshop wurde eine Projektidee entwickelt, zu der Frage, wie man als Kind gesund leben kann und was dazu im Stadtraum verändert werden muss.
- Methode: Walkact, Collagenarbeit, Zeichnungen
- Workshop: Mobilität und Inklusion (Angebot des Haus Steinstr.)
- Inhalt: Ausgestattet mit Foto-Apparat und Rahmen begaben sich die Teilnehmer/innen auf Spurensuche rund um das Kongress-Gelände: Wer geht und fährt hier lang, wie und wohin? Gibt es hier Sachen, die mich auch zuhause stören, wenn ich z. B. auf dem Weg zur Schule bin oder Zeit mit meinen Freunden verbringe? Die Rahmen, selbstgebaut oder zweckentfremdet, helfen uns dabei zu sehen, was andere sehen oder was wir sonst nicht sehen. Unsere Bilder halten fest, was wir gut finden und was nicht, in Sachen: Unterwegs sein in der Stadt.
- Methode: Fotografie
- Workshop: Frieden
- Inhalt: Was bedeutet Frieden und wie erleben die Kinder diese Fragen in ihrem Alltag? Gibt es diese Frage überhaupt? Wie können wir Frieden herstellen und erhalten?
- Methode: Szenisches Schreiben, Rollenspiel
- Workshop:Kinder und Jugendliche gestalten ihre Stadt – Mitbestimmung in Leipzig in Form eines Kinderrates (Ideenschmiede, Angebot des Kinderschutzbundes)
- Inhalt: Ein Schülerrat bestimmt innerhalb der Schule, wenn es um die Wünsche der Schüler*innen geht. Doch wie sieht es außerhalb der Schule aus? Wer entscheidet, was gut für die Kinder und Jugendlichen Leipzigs ist? Die Mitglieder des Jugendparlamentes darf man erst mit 14 Jahren wählen. Wer vertritt also die Jüngeren? Ein Kinderrat ist eine sehr besondere Form innerhalb einer Stadt oder Gemeinde mitzubestimmen. So etwas hat es in Leipzig bisher noch nicht gegeben, aber er soll ins Leben gerufen werden. Um beim Planen alles richtig zu machen, sind kluge, kreative und mutige Kinder und Jugendliche gefragt, die dabei unterstützen wollen. Im Workshop ging es darum, Pläne zu schmieden, Ideen zu entwickeln und einfach ein bisschen rum zu spinnen, wie Mitbestimmung in Leipzig aussehen kann und welche Themen für die „nächste Generation“ wichtig sind.
- Methode: Planspiel Kinderrat
- Workshop: Kinderreporter
- Inhalt: Die Kinderreporter haben den Prozess begleitet. Sie haben Fotos, Videos und Interviews vorbereitet, durchgeführt und auf der Homepage präsentiert.
- Methode: Medien
„Ich find alles toll, ich würde nix verändern (Herzbild)“
„Ich fände Pizza besser!!! Please!!!“
„Ich fand es sehr schön und es wäre schön wenn es nächstes Mal die ganze Klasse kommen kann.“
„Nichts mehr. Es war perfekt“
„Ich fand es sehr toll. Am besten war die Disco!“
„Es war richtig cool. weiter so. perfekt #anonüm“
„Ich fand es schön heute“
„Workshop Mobbing war so COOL wir lieben es!
Aus dem Feedback-Briefkasten




