Kulturelle Bildung konkret

Landesweites Konzept Kulturelle Bildung
Auf Grundlage des Koalitionsvertrags 2014 - 2019 erarbeitet das SMWK gemeinsam mit Sozial- und Kultusministerium sowie der Ministerin für Gleichstellung und Integration ein landesweites Konzept für kulturelle Bildung, fokussiert auf Kinder und Jugendliche.
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Ein Konzept für kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen im Freistaat Sachsen, erstellt auf Grundlage des Koalitionsvertrags 2014 - 2019 durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) gemeinsam mit dem Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) und dem Staatsministerium für Kultus (SMK) sowie der Ministerin für Gleichstellung und Integration. Das Konzept verbindet konzeptionelle und strategische Überlegungen für die weitere Entwicklung der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung im Freistaat Sachsen, um insbesondere eine umfassende Teilhabemöglichkeit junger Menschen an den Angeboten zu gewährleisten. Das Konzept legt zudem ein Begriffsverständnis bzw. eine Systematik für Kulturelle Bildung zugrunde.

„Kulturelle Bildung bezeichnet die Selbstbildung des Menschen durch die Auseinandersetzung mit sich selbst, seiner Umwelt und der Gesellschaft. Sie fördert Lernkompetenz sowie soziale und kulturelle Kompetenz als Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen. […] Um das Feld der Kulturellen Bildung verständlich zu machen, ist es erforderlich, sich dem Begriff systematisch zu nähern. Die Systematik beinhaltet keine philosophische Beschreibung Kultureller Kinder- und Jugendbildung, sondern versucht zu kategorisieren und zu konkretisieren.“ (aus: Landesweites Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, S. 12-13)

Im Konzept werden drei Zielebenen für Kulturelle Bildung beschrieben, die sich in der Praxis oftmals überlagern. Die Zielebenen stehen für die im Landesweiten Konzept benannte Systematik. Sie ermöglichen eine Kategorisierung von Angeboten, Formaten und Institutionen etc. anhand ihrer übergeordneten Zielrichtung.

1)    Vermittlung von Können und Wissen
Ziel: Vermittlung von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Techniken, von Wissen und Verständnis, aber auch das Ausbilden und Ausüben wie bspw. das Erlernen eines Musikinstruments oder einer Kunsttechnik.

2)    Persönlichkeitsbildung
Ziel: Über die sinnliche Erfahrung hinausgehend werden Inhalte vermittelt und Prozesse angeregt, die bspw. auf Verbesserung von Ausdrucksmöglichkeiten, der Lernfähigkeit oder des Selbstvertrauens zielen.

3)    Gesellschaftliche Kompetenz
Ziel: Vermittlung übergeordneter Inhalte wie Natur, Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft, Soziales oder Politik sowie die Befähigung zur gesellschaftlichen Teilhabe und zum Verstehen gesellschaftlicher Zusammenhänge.

Das Landesweite Konzept beschreibt fünf Leitziele (Teilhabegerechtigkeit, flächendeckende Etablierung bedarfsgerechter Angebote, stabile Kooperationen, hohe Qualität, qualifiziertes Fachpersonal) und untersetzt diese mit Arbeitsschwerpunkten, Mittlerzielen und Maßnahmen. Ebenso werden Arbeitsstrukturen, Angebote und Förderstrukturen benannt, die zur Umsetzung der Maßnahmen beitragen können. Die Interministerelle Arbeitsgruppe Kulturelle Kinder- und Jugendbildung sowie die Ansprechpartnerrunde für Kulturelle Bildung agieren auf Landesebene als Impulsgeber und Korrektiv für das Landesweite Konzept.

Landesweites Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung für den Freistaat Sachsen

Auszug aus dem Koalitionsvertrag:

Kindern und Jugendlichen wollen wir den frühzeitigen und einfachen Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen. Die Zusammenarbeit von Kultureinrichtungen mit Kindergärten und Schulen werden wir weiter fördern und sie als Lehr- und Lernorte nutzen. Wir werden in Abstimmung mit den handelnden Akteuren ein landesweites Konzept zur Kulturellen Bildung in Sachsen entwickeln und um­ setzen. Ziel ist es, u.a. kulturelle Bildungsangebote außerhalb der urbanen Zen­tren zu stärken, die schulische kulturelle Bildung deutlicher zu akzentuieren und die kulturelle und interkulturelle Kompetenz zu fördern sowie eine digitale Platt­form zur Präsentation der Angebote und Fördermöglichkeiten zu entwickeln. Für Schulen im ländlichen Raum wollen wir Fahrten zu Angeboten der kultu­rellen Bildung erleichtern. Musizieren fördert die Entwicklung von Kindern. Die hohe Förderung der Musikschulen wollen wir daher fortsetzen. Das Programm „Jedem Kind ein Instrument“ werden wir weiterführen. Darüber hinaus werden wir ein Landesprogramm „Theater und Schule“ auflegen. (Abschnitt „Kultur, S. 8)

Jugend:Dialog
Anlässlich der Entwicklung eines Landesweiten Konzepts für kulturelle Kinder- und Jugendbildung führt der Landesverband Soziokultur Sachsen bis zum Sommer 2017 innerhalb seines Mitgliederspektrums Dialogveranstaltungen mit Jugendlichen durch. Das Vorhaben wird inhaltlich und finanziell durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt.
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„Man muss viel mehr mit den jungen Menschen reden anstatt immer nur über sie.“

Anlässlich der Entwicklung eines Landesweiten Konzepts für kulturelle Kinder- und Jugendbildung führte der Landesverband Soziokultur Sachsen bis zum Sommer 2017 innerhalb seines Mitgliederspektrums Dialogveranstaltungen mit Jugendlichen durch. Das Vorhaben wurde inhaltlich und finanziell durch das Sächsische Wissenschafts- und Kunstministerium unterstützt.

Die Ergebnisse der Jugend:Dialoge flossen in die Erarbeitung des landesweiten Konzepts für kulturelle Kinder- und Jugendbildung mit ein.

Die Dialoge sollen exemplarisch und stichprobenartig aufzeigen, welche kulturellen Vorlieben und Interessen junge Menschen haben, wie sie ihre Freizeit gestalten und was sie dafür benötigen. Angelegt sind die Dialoge als leitfadengestützte Gruppendiskussionen im Workshop-Format.

Die Dialogveranstaltungen fanden an 6 verschiedenen Standorten, vorrangig in selbstorganisierten Jugendgruppen statt:

Jugend:Dialog im SMWK

Am 1. Juni 2017 fand mit der Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange und beteiligten Jugendlichen eine abschließende Dialogveranstaltung im Wissenschafts- und Kunstministerium statt. Es ging, wie in den zuvor durchgeführten Jugend:Dialogen, um jugendliche Wünsche und Vorlieben in puncto Kultur & Freizeit. Die Ministerin wollte erfahren was junge Menschen bewegt und die jungen Menschen konnten erfahren was sich durch sie bewegen kann.

Vertreten waren insgesamt 16 Jugendliche aus Zwickau, Bautzen, Görlitz, Oschatz und Mügeln. Neben Frau Dr. Stange waren vom SMWK auch Dr. Tatjana Frey (Referatsleiterin) und Michael Krüger (Referent) zugegen.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Daniel Sauer und Andrea Gaede.

Eine nicht neue, aber zentrale Erkenntnis der Jugend:Dialoge
Deutlich wurde bei allen Dialogen sowie auch im Gespräch mit der Staatsministerin, dass Angebote von Kultureinrichtungen wie Theater oder Museen oftmals nicht den Bedürfnissen Jugendlicher entsprechen. Jugendliche wollen nach der Schule entspannen, sich mit Freunden treffen, selbst aktiv werden oder sich ausprobieren. Für diese Interessen sind Orte wie Soziokultur oder Jugendzentren wesentlich stärker im Fokus junger Menschen.
Diese Erkenntnis ist nicht neu und doch erhält sie, gesagt mit den Worten junger Menschen, ein Mehr an Gewicht und Authentizität. 


Positionspapier Kulturelle Bildung
Um die komplexe Praxis der kulturellen Bildung systematisieren und damit besser verstehen zu können, sowie das Begriffsverständnis der sächsischsen Soziokutur darzulegen, hat der Landesverband 2013 ein Positionspapier verfasst.
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Download hier: Positionspapier Kulturelle Bildung (2013)

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