Strukturen: Kulturelle & Politische Bildung

Die folgende Darstellung bezieht sich vornehmlich auf Verwaltungsstrukturen, die, ausgehend von der sächsischen Landesregierung, jeweils kulturelle und / oder politische Bildung im Fokus haben. 

In der Praxis existiert darüber hinaus freilich eine Vielzahl an Trägern, Projekten, Einrichtungen und Akteuren sich regelmäßig oder anlassbezogen mit kultureller und / oder politischer Bildung befassen.

 

Kulturelle Bildung

 

Kulturelle Bildung ist ein ressortübergreifendes Thema, welches sich als methodischer Ansatz oder Zieldimension mindestens in den Ressorts Kunst, Bildung und Soziales/Jugendhilfe wiederfindet.
Entsprechend befassen sich auf Ebene der Sächsischen Landesregierung drei Ministerien mit kultureller Bildung:

  • Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK), z. B. Soziokultur
  • Staatsministerium für Kultus (SMK), z. B. Musik- und Kunstunterricht
  • Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS), z. B. Jugendarbeit

IMAG Kulturelle Bildung

Im Rahmen einer interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) befassen sich Vertreter aus SMWK, SMK und SMS in regelmäßigen Abständen mit kultureller Bildung. Darüber hinaus wirkt ein sogenanntes Ansprechpartnertreffen impulsgebend und beratend für die IMAG. Hierbei treffen sich zweimal jährlich Vertreter aus der IMAG, den Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur, den Kulturräumen sowie den Kulturverbänden (LKJ Sachsen e. V., Landesverband Soziokultur Sachsen).

 

Die Grundsatzreferentin des Landesverbands ist Mitglied des Ansprechpartnertreffens. 

 

Das SMWK fördert Projekte der Kulturellen Bildung über die FRL Kulturelle Bildung.

Kulturräume

Jeder Kulturraum (ländlich und urban) hat einen Ansprechpartner bzw. eine Netzwerkstelle für kulturelle Bildung. Die Netzwerkstellen und Ansprechpartner sind Anlaufstelle für den Bereich kulturelle Bildung in den Kulturräumen.

Sie koordinieren, beraten und bündeln Angebote der kulturellen Bildung. So bringen sie bspw. Schulen und Künstler zusammen, informieren die Öffentlichkeit, organisieren Weiterbildungen für Personal oder beraten zu Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte der kulturellen Bildung.

Netzwerkstellen und Ansprechpartner für Kulturelle Bildung in den Kulturräumen

Kulturräume und Kommunen fördern Kulturelle Bildung als Querschnittsthema, zu beantragen sind Projekte und Vorhaben in der jeweiligen Sparte oder in der Soziokultur.

Bei kleineren Kommunen empfiehlt es sich zudem, immer vor Ort nachzufragen.

Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB)

Das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) mit Sitz in Chemnitz ist die Schulaufsichtsbehörde des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus.

Das Landesamt für Schule und Bildung hat 5 Regionalstellen, die jeweils für mehrere Gebietskörperschaften zuständig sind:

  • Regionalstelle Chemnitz (Stadt Chemnitz, LK Mittelsachsen, LK Erzgebirge)
  • Regionalstelle Dresden (Stadt Dresden, LK Meißen, LK Sächsische Schweiz/Osterzgebirge)
  • Regionalstelle Leipzig (Stadt Leipzig, LK Leipzig, LK Nordsachsen)
  • Regionalstelle Bautzen (LK Bautzen, LK Görlitz)
  • Regionalstelle Zwickau (LK Zwickau, LK Vogtlandkreis)

In den Regionalstellen gibt es gibt jeweils Ansprechpartner für Kulturelle Bildung. Diese arbeiten mit den Netzwerkstellen und Ansprechpartnern in den Kulturräumen zusammen und befassen sich inhaltlich und unterstützend mit kultureller Bildung an Schulen.

Landesjugendamt / Jugendämter

Im Sinne der außerschulischen Jugendbildung sind es unter anderem die Fachberater in örtlichen Jugendämtern bzw. im Landesjugendamt, die mit kultureller und politischer Bildung befasst sind.

Grundlage dafür ist das Kinder- und Jugendhilfegesetz (Achtes Sozialgesetzbuch, SGB VIII).

In diesem wird kulturelle und politische Bildung als Schwerpunkte der Jugendarbeit benannt.

Auszug aus dem § 11 "Jugendarbeit":

(1) Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen. […]

(3) Zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören:

  • außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung,
  •  […]

Landesweite Förderrichtlinien sowie die der einzelnen Landkreise schließen kulturelle und politische Bildung grundsätzlich als Schwerpunkt der Jugendarbeit fördertechnisch mit ein. Es empfiehlt sich nachzulesen und nachzufragen. Jugendbehörden 

Zudem gibt es für jugendkulturelle Projekte und Vorhaben in einzelnen Städten lokale Projektfonds

 

Politische Bildung

Auch politische Bildung ist ein Thema, welches sich nicht einem einzigen Ressort zuordnen lässt. Für die Vermittlung demokratischer Prinzipien sowie die Befähigung zu Toleranz und Kritikfähigkeit und aktiver Partizipation am politischen Geschehen sind auf Ebene der Sächsischen Landesregierung zwei Ministerien für das Themenfeld politische Bildung zuständig:

Staatsministerium für Kultus (SMK), bspw. Demokratieerziehung in Schule, Volkshochschulen

Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS), bspw. Jugendarbeit

 

Kultusministerium / Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Politische Bildung findet sich in den Strukturen des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus als eigenständiges Referat wieder (Referat 36). Dieses befasst sich neben politischer Bildung auch mit Medienbildung, Migration und Integration.
Zudem ist dem Kultusministerium die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung zugeordnet.

Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung ist eine Einrichtung des Freistaates Sachsen, die politische Weiterbildungsarbeit auf überparteilicher Grundlage betreibt.

Ihre Veranstaltungen, Publikationen und Internetangebote richten sich an interessierte Bürger und Gruppen aus ganz Sachsen, insbesondere an Multiplikatoren in den verschiedenen Arbeits- oder Lebensbereichen. Sie arbeitet mit staatlichen und freien Trägern der politischen Bildung zusammen und unterstützt deren Vernetzung.

Sozialministerium / Sozialministerin für Gleichstellung und Integration

Politische Bildung ist im Kinder- und Jugendhilfegesetz als Schwerpunkt der außerschulischen Jugendbildung (§ 11, SGB VIII Jugendarbeit) verankert.
Damit obliegt dem Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz als Oberster Landesjugendbehörde in Sachsen,eine Verantwortung. 
Ansprechpartner ist hierbei das Landesjugendamt.

Darüber hinaus sind Arbeitsfelder der politischen Bildung im Geschäftsbereich der Staatsministerin für Gleichstellung und Integrationangesiedelt.

Hauptthemen des SMGI sind:

Förderprogramme

FRL Integrative Maßnahmen

Ziel der Richtlinie Integrative Maßnahmen ist die Förderung von Projekten,
  • die die Integration und die selbstbestimmte aktiven Teilhabe 
    von Personen mit Migrationshintergrund im Freistaat Sachsen fördern
  • die zur interkulturellen Öffnung in Organisationen beitragen
  • die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, sowie
  • die zum Abbau von Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit beitragen

Programm Weltoffenes Sachsen

Mit dem Landesprogramm »Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz« (WOS) fördert und stärkt der Freistaat Sachsen das zivilgesellschaftliche Engagement für dieses Fundament.
Gleichwohl ist es ein erklärtes Ziel, Handlungsträger und Initiativen zu unterstützen und miteinander zu vernetzen.
Mit Hilfe des WOS können Projekte für Demokratie und Toleranz in Sachsen finanziell gefördert, beratend begleitet und miteinander vernetzt werden.
Seit dem 01. Januar 2015 liegt das Programm in der Verantwortung des Geschäftsbereichs der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration.
 
Zur Begleitung und Koordinierung des Landesprogramms wurde ein eigenständiger Beirat aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft eingerichtet, der eine gesamtgesellschaftliche Handlungsstrategie entwickelt und bei der Förderentscheidung mitwirkt.
Dem Beirat gehören folgende Mitglieder an:
  • Petra Köpping (Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration)
  • Markus Ulbig (Sächsischer Staatsminister des Innern)
  • Henning Homann (MdL, Sprecher für Arbeitsmarktpolitik, Kinder-und Jugendpolitik sowie Demokratische Kultur der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag)
  • Alexander Dierks (MdL, jugendpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag)
  • Hendrik Kreuzberg (Liga der Freien Wohlfahrtspflege)
  • Dr. Peter-Paul Straube (Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen)
  • Prof. Dr. Anja Besand (Professur für Didaktik der politischen Bildung TU Dresden)
  • Prof. Dr. Uwe Backes (Stellvertretender Direktor des Hannah-Arendt-Institutes für Totalitarismusforschung e.V.)
  • Frank Richter (Geschäftsführung Stiftung Frauenkirche)

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