Kinder- & Jugendarbeit

Offene Jugendtreffs bieten die Möglichkeit in einer ungezwungenen Atmosphäre einander kennenzulernen. Daneben können gezielt Angebote entwickelt werden, die auf die speziellen Bedürfnisse von jungen Flüchtlingen eingehen. Zu Sprachkursen und Hilfen bei alltäglichen Herausforderungen sind vielfältige Freizeitangebote wichtig, nicht nur um dem tristen Alltag der Unterkünfte zu entkommen, sondern auch um soziale und kommunikative Kompetenzen zu entwickeln und auszubauen. Besonders in der Jugendarbeit besteht die Chance, dass man sich vorurteilsfrei begegnet und der Kontakt zwischen einheimischen Kindern und Jugendlichen und denen mit Fluchterfahrung mitunter viel leichter gelingt als unter Erwachsenen.

United on Wheels Conne Island

Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie Beispiele aus dem gesamten Bundesgebiet gesammelt, die zeigen, wie man seinen Jugendtreff öffnen kann oder Projekte gestaltet, die dem Austausch, der Begegnung und dem Kennenlernen zwischen Aufnahmegesellschaft und Flüchtlingen dienen. In einer Übersicht zu verschiedenen Freizeitaktivitäten kann man sich Anregungen für die eigene Arbeit holen. Ebenso finden Sie Hinweise zur Sensibilisierung deutscher Kinder und Jugendlicher auf die neuen Teilnehmer/-innen sowie viele Materialien zur didaktischen und methodischen Begleitung der Jugendarbeit mit Flüchtlingen.

Was muss ich beachten bei Flüchtlingskindern bzw. Jugendlichen?

Es gibt nicht "die Flüchtlingskinder", und erst recht gibt es kein Patentrezept für den Umgang mit ihnen. Jedes Kind, jeder Jugendliche und jede Familie ist anders. Sie kommen aus verschiedenen Ländern, Regionen, Religionen und verfügen über ganz unterschiedliche soziale Hintergründe. Sie haben ihren Besitz und ihre Heimat verloren und kommen nun mittellos nach Deutschland. Je nachdem wie ihr Leben in dem Heimatland war, kämpfen sie bei uns mit unterschiedlichen Schwierigkeiten. Flüchtlingskinder bzw. Jugendliche brauchen keine Sonderbehandlung, aber eine sensible Behandlung. Sie brauchen vor allem Verständnis, das Gefühl angenommen zu werden und willkommen zu sein, ein wertschätzendes Gegenüber, Sicherheit, Stabilität und Struktur.

Machen Sie als Einrichtung klar, dass bei Ihnen alle gleiche Rechte haben, ein Ort mit Null-Toleranz gegenüber Diskriminierung. Stellen Sie sich an die Seite des Flüchtlingskindes bzw. des Jugendlichen, wenn Sie bemerken, dass die Person ausgegrenzt oder diskriminiert wird. Es besteht die Möglichkeit, dass Kinder oder Jugendliche unterschiedlicher Herkunft aufeinandertreffen, die sich nicht wohlwollend gegenüberstehen, da ihre religiösen, politischen, sozialen oder historischen Gruppen im Herkunftsland oder der -region verfeindet sind. Es kann auch vorkommen, dass Flüchtlinge untereinander Vorurteile haben oder Hierarchien bestehen. Versuchen Sie, in solchen Situationen zu vermitteln.

Bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Fluchtgebieten sollten Sie zudem berücksichtigen, dass einige traumatisiert sind und/oder trauern. Sie erleben einen "Kulturschock", sind in zweierlei Hinsicht "sprachlos" und leben jetzt in Armut. Das Familiensystem ist teilweise oder komplett zusammengebrochen. Hier braucht es Fürsorge einerseits, aber auch sehr viel Geduld. Der Kontakt zu anderen Kindern, denen das Schicksal dieser Kinder nicht egal ist, kann hier auch heilsam sein.

Gerade zu Beginn der Arbeit mit jungen Flüchtlingen bedarf es einer sensiblen Herangehensweise. Um die Zielgruppe zu erreichen, kann es sinnvoll sein, sie in ihren Unterkünften zu besuchen. Ist der erste Kontakt hergestellt und somit die Hemmschwelle überwunden, können sie direkt eingeladen werden. Dabei sind Angebote, um sich in der Einrichtung zurechtzufinden, z.B. Tag der offenen Tür oder Schnupperangebote, bzw. speziell auf die Zielgruppe der Flüchtlingskinder ausgerichtete Veranstaltungen, hilfreich. Ist dieser erste Schritt getan, wird eine Begegnung von Flüchtlingen und Stammbesucher/-innen der Einrichtung meist einfacher.

Wo es möglich ist, beziehen sie die Eltern ein. Nehmen Sie die Ängste von Müttern und Vätern ernst. Zeigen Sie vielleicht anhand von Bildern, was Sie machen wollen. Laden Sie die Eltern ein, dabei zu sein. Stellen Sie sich vor, wie Sie reagieren würden, wenn ihr Kind, egal ob 6 oder 15 Jahre alt, in gut gemeinter Absicht von Fremden eingeladen wird – in einer Welt, die Ihnen selbst fremd ist.

Quellen: Shah, Hanne: Flüchtlingskinder und jugendliche Flüchtlinge. In Schulen, Kindergärten und Freizeiteinrichtungen, 2015, Mitgliedszentren des Landesverbandes

  

Beispiele

Haben Sie keine Scheu, sprechen Sie die Kontaktpersonen der Beispielaktivitäten an. Wir haben uns ebenso kundig gemacht und dabei erfahren, dass diese meistens auch stolz sind, wenn bei Ihnen ein Projekt oder eine Ansprache erfolgreich war. Daher geben sicher alle Ihre Erfahrungen bereitwillig weiter.

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Bitte bedenken Sie, dass es auch Kinder und Jugendliche gibt, die nicht schwimmen und/ oder Fahrrad fahren können. 
Hilfreich ist es zu ermöglichen, dass Jugendliche nach abendlichen Veranstaltungen nicht allein den Heimweg antreten müssen.
Angebote für die spezielle Kleidung (z.B. Gummistiefel) und Ausrüstung (z.B. Schlafsack) benötigt werden, können Hürden für die Teilhabe von Flüchtlingen darstellen, da diese Dinge erst erworben oder ausgeliehen werden müssen.

Kinder- und Jugendarbeit

Refugees Welcome im SPIKE Dresden
Jugendhaus und Kulturzentrum in Leubnitz-Neuostra

  • Vielfältige Freizeitangebote für junge Flüchtlinge
  • Begegnung mit Dresdner Jugendlichen
  • Sprachkurse und Alltagshilfen, Internetzugang, Fußballspielen u.v.m.

Kontakt: 0351 - 281 8084 / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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MiO – Interkultureller Mädchentreff
im Soziokulturellem Zentrum Frauenkultur in Leipzig

  • Internationale, interkulturelle Angebote für Mädchen
  • Angebot richtet sich an 6 bis 21 Jährige
  • Sprachen: deutsch, englisch, türkisch, persisch

Kontakt: 0341 - 927 35 732

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„Kicken und Lesen“ –  Projekt der Baden-Württemberg Stiftung

  • Verbesserung der Lesekompetenz von Jungen über ihre Begeisterung für Fußball
  • Förderung von Integration, Stärkung der sozialen Fähigkeiten, Gewaltprävention

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Musikprojekte

Musik versteht man auch ohne Worte! Aber auch für die Begegnung von Aufnahmegesellschaft und Flüchtlingen können Musikprojekte fungieren. Von den unterschiedlichen Talenten können beide Seiten profitieren. Um ein Stück der heimatlichen Kultur einfließen zu lassen, können traditionelle Gesänge und Instrumente integriert werden.


Jugendclub Bechtolsheimer Hof in Würzburg

  • Hip Hop-Workshops mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
  • Verschiedene Arbeitsgruppen: Graffiti, Beat-Producing, Djing, Rap/Gesang/Song-Writing und Breakdance
  • Dient dem Kennenlernen von Flüchtlingen und Würzburger Jugendlichen
  • Kooperationspartner: Diakonie, Don Bosco

Kontakt:  Kilian Schick: 0931 - 56 309 / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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"Weit vom Auge – weit vom Herz" ein Tanztheater in Freiburg

  • Tanztheater bei dem selbstgeschriebene Gedichte von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Mittelpunkt stehen
  • Themen sind: Heimat, Krieg, Flucht, Familie, Glaube, Hoffnung
  • Projekt wird begleitet von der Freiburger SchulprojektWerkstatt

Kontakt: Barbara Davids: 0761 - 75 638 / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Eritreische Band "Red Sea" im SPIKE Dresden
Jugendhaus und Kulturzentrum in Leubnitz-Neuostra

  • Band mit traditionell eritreischer Musik und traditionellen Instrumenten
  • Songs zu Liebe und Heimat werden gespielt

Kontakt:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / 0351 - 281 80 84

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Kunstprojekte

Künstlerische Projekte bieten den Vorteil, dass verschiedene Techniken und Ausdrucksformen möglich sind. Sprachkenntnisse spielen bei der künstlerischen Gestaltung zumeist nur eine untergeordnete Rolle. Neben therapeutischen Kunstprojekten können die eigenen Räumlichkeiten verschönert werden. Bei Theaterprojekten besteht die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche in verschiedene Schritte wie Requisitenbau, Musikauswahl und Kostümnähen einzubeziehen. Film- und Fotoprojekte haben den Vorteil, dass ein kreativer Output entsteht. Kinder können bei den verschiedenen Schritten einbezogen werden. Das Filmen und Fotografieren kann dabei auch zur eigenen Sprache werden. Es können Gefühle ohne Sprache ausgedrückt werden oder es sind Projekte möglich, mit denen Flüchtlingskinder ihre neue Umgebung erkunden und dabei sicher einen ganz anderen Blick haben werden als die einheimischen Kinder. Gerade bei Traumatisierungen hilft manchmal die Erkundung der neuen Welt über ein Abstandsmedium wie eine Kamera.


"Colors united" im SPIKE Dresden - Jugendhaus und Kulturzentrum in Leubnitz-Neuostra

  • Graffiti-Projekt zum Thema Toleranz, Vielfalt und Offenheit
  • Kooperationspartner: Landeshauptstadt Dresden  

Kontakt: Sebastian Girbig, Christian Weiße, Andre Krommer: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / 0351 - 281 80 84

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KulturBrücken Görlitz e.V.

  • Integratives Zirkusprojekt „Cyrkus für alle“ mit Asylbewerberkindern            
  • Regionale Mehrsprachigkeit und Erfahrung in binationalen Projekten
  • Können diese Erfahrungen bei der Arbeit mit Flüchtlingskindern nutzen

Kontakt: 03581 661920, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Fotoprojekt in der Refugio Kunstwerkstatt in München

  • Fotografie-Workshop ohne feste Themenstellung für jugendliche Flüchtlinge
  • Gemeinsame Bildbesprechung und Auswahl der besten eigenen Bilder
  • Fotografieren ist zur Orientierung in der Stadt sehr hilfreich und dient auch der Beziehungsarbeit untereinander, da ein Austausch über Erlebtes stattfindet 

Kontakt: Max Kratzer (Fotograf), Verena Schmidt (Pädagogin), 089 - 98 29 57 20

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Beispiele für schulische Integration

Unterricht für junge Flüchtlinge – SchlaU-Schule

Der Unterricht erfolgt analog zu den bayrischen Kernfächern, wie sie an Haupt- und Mittelschulen gelehrt werden. Ziel ist die Erlangung des Schulabschlusses und die Eingliederung in das Regelschul- und Ausbildungssystem. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Jugendlichen individuell gefördert. Weitere Informationen zum Lernkonzept und Fortbildungsangeboten der SchlaU-Schule gibt es auf der Homepage.

Freizeit-, Sport- und Begegnungsangebote

Mit Sport-, Bewegungs- und anderen Freizeitangeboten kann dem tristen Alltag in den Unterkünften entkommen werden. Den Kindern und Jugendlichen werden Freiräume zur Entfaltung und Integration gegeben.

Sprachbarrieren sind bei sportlichen Aktivitäten kein großes Hindernis. Gerade Fußball ist ein internationales Spiel, bei dem weder viele Regeln erklärt und verstanden werden müssen noch teures Equipment benötig wird.

Da die Unterkünfte der Flüchtlinge häufig wenig Platz bieten und die Privatsphäre eingeschränkt wird, ist es wichtig Angebote zu finden, die außerhalb der Unterkünfte stattfinden.

Weitere Möglichkeiten wären: Kickern, Federball, Tischtennis, Billard, Dart, Bewegungstherapie, Gymnastikkurse, Learning by moving, Yoga.


Freizeit für Flüchtlingskinder in Osnabrück

  • verschiedene Projekte und Aktionen mit und für Flüchtlingskinder z.B. Zoobesuch, Graffiti, Outdoorangebote
  • Zielgruppe sind die Kinder und Jugendlichen der Asylunterkunft in Bramsche-Hesepe (Osnabrück)
  • unter den Engagierten sind Mitglieder des Vereins Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge, Studierende, Pensionierte und Berufstätige
  • Projekte werden von unterschiedlichen Geldgebern gefördert, bspw. von der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) sowie von der Stiftung Aktion Hilfe für Kinder, der Hans Böckler Stiftung und andere  

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Projekt "Oma all around the world" vom Verein eben im Leben e.V. in Hamburg

  • Speziell für Kinder mit Migrationshintergrund bzw. Fluchterfahrung
  • Mit Kindern aus Flüchtlingsheimen werden Seniorenheime besucht
  • Kindern fehlt häufig der Kontakt zu Großeltern
  • Senioren mit Demenz kommunizieren mehr auf Gefühlsebene  
  • können Kindern Trost und Vertrauen geben
  • Toleranz und Verständnis im Vordergrund
  • Partnerschaften werden aufgebaut

Kontakt:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / 0160 - 95 20 52 40

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Kickerturnier "Refugees welcome" vom Netzwerk Flucht und Migration in Chemnitz

  • Wird jährlich für Migranten, Flüchtlinge und Chemnitzer organisiert
  • Kickertische werden von Kultur- und Jugendeinrichtungen zur Verfügung gestellt
  • verschiedene Netzwerkpartner in der Stadt
  • Suche nach Sponsoren für Kicker in den Flüchtlingsunterkünften  

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Basteln, Bauen, Gärtnern, Kochen und Bewegung

Bauprojekte haben den Vorteil, dass die hergestellten Stücke weiter verwendet werden können. Praktisches Know-how, welches im Herkunftsland erworben wurde, kann eingesetzt werden. Die hergestellten Dinge können zum Verschönern der Flüchtlingsheime genutzt werden. Neben Möbeln können auch Blumenkästen, Holzspielzeug und viele andere Dinge hergestellt werden. Hier finden sich meist auch ehrenamtliche Helfer/-innen, die gern mit Kindern etwas zusammen bauen. Gerade ältere handwerklich interessierte Leute haben oft einen vollen Keller – mit Schrauben, Nägeln und diversen Handwerkszeug – den sie gern für einen guten Zweck entrümpeln.

Subsistenzwirtschaft spielt in vielen Ländern und Regionen eine bedeutende Rolle. Daher verfügen auch schon Kinder und Jugendliche über Know-how im Anbau von Obst & Gemüse sowie Nutzpflanzen. Dieses kann bei lokalen Gartenprojekten eingebracht werden und zur Begegnung von Aufnahmegesellschaft und Flüchtlingen beitragen.

Busfahrkarten sind für alle Flüchtlinge ein Luxus. Daher ist es wichtig, dass ihnen  Fahrräder bereitgestellt werden, damit sie mobil sind. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche und gibt ihnen ein Stück Freiheit zurück. Mit Rädern lässt sich die Umgebung besser erkunden und man kann sich auch mal austoben. Bei Fahrradwerkstätten ist es wichtig, neben der Verkehrstüchtigkeit von Fahrrädern, sicherzustellen, dass vor allem Kinder die Verkehrsregeln kennen und mit Helmen ausgestattet werden. Werben Sie auch in Ihrem Umfeld für Kinderfahrräder. Meist beziehen sich die Spenden nämlich nur auf normal große Räder.

Beim Töpfern und ähnlichen Angeboten kann der Phantasie freien Lauf gelassen werden. Es lassen sich aber auch Nutzgegenstände wie Schalen und Becher herstellen. Diese können ihren Platz bspw. in den Unterkünften finden.

Bei Kochabenden steht neben dem gemeinsamen Essen das Kennenlernen der Kulturen im Mittelpunkt. Während der Zubereitung können erste Informationen über die Herkunft der Speisen und die spezifischen Besonderheiten der Küche geliefert werden. Auch haben Flüchtlinge die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu gebrauchen, wenn sie bspw. über die Heimatspeisen erzählen. Solche Angebote sind auch im familiären Kreis möglich. Vielleicht gelingt der Kontakt über das Kind zu den Eltern und die ganze Familie bringt sich ein.

Auch Geocaching und Schnitzeljagd sind aktive Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Die Umgebung wird spielerisch erkundet und die Orientierung kann verbessert werden. Soziale Komponenten wie Teamarbeit, aber auch Kreativität sind gefragt. 

  

Materialien und Methoden zur Sensibilisierung

Ganz wichtig ist dabei, dass Sie Ihre Klientel vorbereiten. Zum Beispiel gemeinsam die Öffnung des Jugendtreffs für Flüchtlingskinder besprechen, gemeinsam beraten, was man tun kann oder verschiedene Hintergründe der Herkunftsländer beleuchten. Ganz unten auf dieser Seite haben wir für Sie Beispielmaterialien zusammengestellt, die deutsche Kinder und Jugendliche auf Flüchtlinge vorbereiten. Unsere Recherchen und Erfahrungen haben zudem gezeigt, dass man manchmal einfach anfangen muss und dann schnell ein Selbstläufer entsteht. Auch die Kommunikation trotz Sprachhürden läuft meist viel besser als gedacht. Gerade am Anfang sollten Sie aber Aktivitäten wählen, die ohne viel Sprache auskommen.

Dabei ist der Mehrwert für die Jugendlichen des Aufnahmelandes ebenso unüberschätzbar. Interkulturelle Kompetenz zu erlernen, Solidarität, Verantwortung und auch eine Reflexion der eigenen Kultur lassen sich durch den Austausch mit Kindern und Jugendlichen aus Fluchtgebieten ganz anders erfahren. Hier entstehen nachhaltige Werte, die auch in die deutschen Familien getragen werden und damit insgesamt zu mehr Toleranz beitragen können.

für Kinder

„Alle da!“ Unser kunterbuntes Leben
Einfühlsam und mit liebevoll gestalteten Illustrationen erzählen die Autorinnen, warum Menschen in andere Länder gehen, um dort zu leben, und wie es ist, wenn man mit seiner Familie das eigene Land verlassen muss. Sie erklären, wie Vorurteile entstehen und warum das kunterbunte Zusammenleben manchmal schwierig ist. Das Buch im Heft-Format soll Kinder dazu ermutigen, anderen Kulturen neugierig und offen zu begegnen. Geeignet für Kinder ab 5 Jahren und pädagogisches Fachpersonal in Kindergärten und Grundschulen, erschienen im Verlag der Zentralen für politische Bildung.

Bestimmt wird alles gut! 
Die Geschichte handelt von dem Leben der syrischen Geschwister Rahaf und Hassan. Die Erzählung beginnt in Syrien und endet, nachdem die Familie nach Deutschland geflohen ist. Der Trickfilm zeigt kindgerecht und leicht verständlich die Geschehnisse vor, während und nach der Flucht. Der Text kann auch zum Lesen abgerufen werden. 

Bilderbuch Akim rennt
ab 6 Jahren geeignet;Fluchtgeschichte des Jungen Akim wird erzählt;Weitere Infos zum Inhalt des Buches findet man hier

Flüchtlinge - Menschen auf der Flucht
Die Internetseite, welche mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung betrieben wird, hat Materialien und Informationen zum Thema Flucht zusammengestellt. Informationen zu den Herkunftsländern, Fluchtgründe und das Leben in Deutschland stehen beispielsweise im Fokus. Zudem werden Fragen von Kindern und Jugendlichen altersgerecht und fachkundig beantwortet.

Fluchtgeschichten - Einige Fluchtgeschichten, -gründe und –routen werden kurz anschaulich dargestellt. Weiteres zu persönlichen Fluchtgeschichten gibt es hier

Frieden fragen bereitet Themen wie Krieg kindergerecht auf; Infos über Krieg, Frieden, Kindersoldaten aus der Perspektive von Kindern; Kurze Videos in einfacher Sprache; Infos zum Leben von Flüchtlingskindern in Deutschland findet man hier

"Hamids Weg" -Aktion Zivilcourage
Aktion Zivilcourage verfügt über anschauliche Materialien die für geringe Geldbeiträge bestellt werden können. Das in Comic Art gestaltete Poster „Hamids Weg“ zeigt beispielsweise den Weg eines afghanischen Arztes mit allen Hürden und Herausforderungen bis nach Europa.

Internet-ABC Ein- und Auswanderung, Flucht und Vertreibung
Die Homepage verweist bei den Linktipps unter „Ein- und Auswanderung, Flucht und Vertreibung“ auf verschiedene andere Portale mit Materialien zu Flucht, Auswanderung und Vertreibung.

„Kinder-Kinder“ Nr. 28: Syrien/Flucht
Das Heft der Kindernothilfe zum Thema Syrien/Flucht ist geeignet für Kinder der Klassen 3-6. Neben der Abenteuergeschichte „Robinson auf der Flucht“, in der die Flüchtlingsthematik kindgerecht aufgearbeitet wurde und es um das Schicksal syrischer Flüchtlinge geht, enthält das Heft eine Weltkarte mit Fluchtrouten, Zahlen und Fakten zum Thema Flucht, Geschichten von syrischen Flüchtlingskindern im Libanon sowie die Vorstellung des Kinderschutzzentrums der Kindernothilfe im Libanon. Dazu im Aktionsteil ein Würfelspiel zum Thema Flucht, eine Willkommensaktion für Flüchtlingskinder in Deutschland und 2 Rezepte für syrisches Gebäck.

Kinderseite des Auswärtigen Amtes
Außenpolitik, Frieden, Menschenrechte und andere Themen sind auf der Kinderseite des Auswärtigen Amtes aufbereitet. Der regionale Schwerpunkt liegt auf dem Kontinent Afrika.

Kindersache – Homepage mit Informationen für Kinder
Die Seite bietet Informationen für Kinder zum aktuellen Weltgeschehen. In einer Unterrubrik widmet sie sich dem Thema Flüchtlinge. Fragen, wie warum Menschen fliehen und aus welchen Ländern sie kommen werden beantwortet.

Religionen entdecken 
können Kinder auf dieser Seite;
kindergerechte Seite um sich über verschiedene Religionen zu informieren;Kalender zu allen Ereignissen in den Religionen

Schau in meine Welt! von KIKA

 

für Jugendliche

Der kurze Film regt den Perspektivwechsel an. Das eigene Smart phone wird zum „Refugee phone“ und damit zum überlebenswichtigen Kommunikationsmedium während der Flucht.
Link zum Film

Aktion Zivilcourage
Aktion Zivilcourage verfügt über anschauliche Materialien die für geringe Geldbeiträge bestellt werden können. Das in Comic Art gestaltete Poster „Hamids Weg“ zeigt beispielsweise den Weg eines afghanischen Arztes mit allen Hürden und Herausforderungen bis nach Europa.

Bildkorrektur – Bilder gegen Bürgerängste
Eine Gruppe bekannter deutscher Zeichner hat sich zusammen getan, um die Top 15 der Besorgten-Bürger-Ängste zu illustrieren -und mit Fakten zu entkräften. Zahlen und Fakten wurden in eine bunte, unterhaltsame und eingängige Form gebracht.

Film: Schildkröten können fliegen
Drama, in dem Kinder die Hauptprotagonisten eines Flüchtlingslagers sind;Spielt an der Grenze zwischen der autonomen Region Kurdistan und der Türkei;Altersfreigabe ab 12;Filmheft der bpb hier abrufbar.

Pro Menschenrechte. Contra Vorurteile
In der Broschüre sind Argumente und Fakten für eine sachliche Diskussion zusammengestellt.

Pegida – eine Protestbewegung zwischen Ängsten und Ressentiments (II)
Die Seite bieten Antworten auf wichtige Fragen, die im Zusammenhang mit Pegida zu klären sind.

Wie wir mit Flüchtlingen zusammenleben – Reportage des NDR
Der NDR fragt: Wie geht es für die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft weiter? Werden sie sich hier zu Hause fühlen? Und: Welche Ängste und Hoffnungen der Anwohner erfüllen sich? Die Reporter begleiten in den kommenden Monaten Menschen in Norddeutschland.

#EinMomentDerBleibt – Wenn Flüchtlinge erzählen
In #EinMomentDerBleibt schildern Flüchtlinge zum ersten Mal überhaupt ihre bewegende Geschichte und die meist sehr traumatische Zeit der Flucht. Sie teilen ihre Momente des Schmerzes, der Zerrissenheit und des Verlustes mit und haben einen Appell an die Weltgemeinschaft.

Rami’s Welt – Einblicke in die Gewohnheiten der Deutschen
„Rami’s Welt“ heißt eine zweisprachige Zeitschrift für Flüchtlinge, die die Kultur und Eigenarten der Deutschen erklären möchte.

Rollenspiel Flüchtlingsunterkunft
In diesem von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) entwickelten Rollenspiel erhalten die Schüler/-innen die Aufgabe, auf der Grundlage von Rollenprofilen in Gruppenarbeit zunächst ein Rollenspiel zu dem Konflikt um eine Flüchtlingsunterkunft zu entwerfen und es dann auch zu spielen.

Themenblätter im Unterricht: "Flüchtlinge"
Lernende können damit mögliche Fluchtursachen nachvollziehen, sich mit Fluchtbewegungen und der Aufnahme in unterschiedlichen Regionen, darunter der EU, auseinandersetzen und damit auch die Verknüpfung zur eigenen Lebenswelt reflektieren. Die umfangreichen Hinweise für Lehrkräfte bieten wertvolle Hintergrundinformationen zur Flüchtlings- und Asyl-Politik der EU sowie Zahlen und Grafiken zu Ursachen und Herkunftsländern.

Unterrichtseinheit „Stimmungsmache gegen Flüchtlinge“
In dieser Unterrichtseinheit setzten sich Schülerinnen und Schüler kritisch mit der Entstehung, der Funktion und den Folgen von Gerüchten im Zusammenhang mit der Flüchtlingsdebatte.

"Willkommen auf Deutsch"
Der Film "Willkommen auf Deutsch" geht diesem Thema nach und beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der Asyl- und Flüchtlingspolitik. Im Zentrum der Dokumentation stehen die vielzitierte "Willkommenskultur" und die Frage nach der Offenheit gegenüber Migrant/-innen in Deutschland.

In der Zeitschrift NeuLand teilen Menschen, die in Deutschland neu sind, ihre Gedanken und Eindrücke den Menschen mit, denen Deutschland vertraut ist. Sie erzählen Geschichten, teilen ihre Erfahrungen und Träume. Migrant/-innen und Geflüchtete treten hierbei als Autor/-innen auf, dadurch kann der Dialog initiiert und der Weg für Begegnungen geebnet werden.

 

Projekttag "Willkommen in Buntanien" der Kulturfabrik Hoyerswerda e.V.
  • Projekttag zum Thema Asyl
  • Beinhaltet Film "Alle anders, alle gleich", befasst sich mit Asylbewerbern aus Hoyerswerda
  • Planspiel zu Behördengängen eines Asylbewerbers, danach Einbürgerungstest
Kontakt: Katharina Elle:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!/ 03571 - 974 90 49

weitere Informationen

  

Erklärung der Dresdner Jugendhilfeeinrichtungen zur Situation geflüchteter Kinder und Jugendlicher

Paragraph 6 Absatz 2 des 8. Sozialgesetzbuches besagt, dass Ausländer Leistungen beanspruchen können, wenn sie rechtmäßig oder aufgrund einer ausländerrechtlichen Duldung ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der BRD haben. Damit stehen auch Flüchtlingskindern und Jugendlichen Jugendhilfeleistungen zu.

Fünf Änderungen und Lösungsvorschläge aus Sicht der Jugendhilfe wurden von aktiven Jugendhilfeeinrichtungen zusammengefasst und in der Anlage mit Verweisen auf internationale Verträge wie die Kinderrechtskonvention versehen. Konkret sind die Forderungen: ein selbstbestimmtes Leben und eine menschenwürdige Unterbringung von jungen Flüchtlingen zu ermöglichen, Zugang zu Angeboten der Jugendhilfe sicherzustellen, eine Schulpflicht für alle - unabhängig vom Aufenthaltstitel – zu realisieren, mobile Jugendarbeit mit Flüchtlingen zu schaffen und Koordinierungsstellen für bürgerschaftliches Engagement einzurichten. Die Anlage gibt Auskunft über die rechtliche Stellung von asylsuchenden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Es besteht die Möglichkeit, sich der Erklärung via doodle anzuschließen. Außerdem kann sie als Input und exemplarische Grundlage für eigene Erklärungen dienen.

 

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