Kultur & Freizeit

Was tausend Worte nicht zu sagen vermögen, findet sich manchmal in einem Bild, wird von Musik getragen oder kraftvoll getanzt. Die Kunst ist eine universelle Sprache und vermag auch unterschiedliche Kulturen zusammen zu bringen. Es berührt uns, wenn Menschen singen. Es schweißt uns zusammen, wenn wir gemeinsam singen. Es bewegt uns, wenn jugendliche Flüchtlinge in einem kraftvollen Hip-Hop-Rhythmus ihre Geschichten erzählen, wenn Sie nach Respekt rufen, ihre Wünsche in einem Song ausdrücken, ihre Wut in den Boden stampfen. Wir werden demütig, wenn der deutsche Chor das syrische Kinderlied nachsingt. Wir sind geschockt, wenn die Videoperformance Kontrastbilder malt, wenn Leben und Tod nahe beieinander stehen. Über die Kunst leben wir Emotionen, begreifen mit dem Herzen.

Die künstlerische Arbeit mit Flüchtlingen hat daher einen unschätzbaren Wert. Sie ermöglicht Flüchtlingen Ausdrucksmöglichkeiten und Anerkennung für ihre Kultur zu finden. Sie ermöglicht aber auch, eine Sensibilisierung der deutschen Bevölkerung für die vielen Schicksale geflüchteter Menschen. Die künstlerische Arbeit hat das Potenzial uns zu berühren und die Dinge zu thematisieren, die tausend Worte nicht zu sagen vermögen.

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Wir haben für Sie eine Auswahl an Projekten zusammengestellt, die sich künstlerisch mit der Thematik Flucht und Asyl auseinandersetzen. Es geht dabei nicht um künstlerische Virtuosität, sondern eine künstlerische Alltagskompetenz, die uns in die Lage versetzt, über die universelle Sprache der künstlerischen Ausdrucksmittel zu kommunizieren.
B-Hof Wuerzburg

 

finger links   Zur Freizeitgestaltung mit Kindern und Jugendlichen haben wir eine separate Rubrik zusammengestellt, die Sie unter dem Menüpunkt Kinder- und Jugendarbeit finden.

 

Beispiele für künstlerische Projekte

SINGASYLUM - internationales Chorprojekt im Putjatinhaus in Dresden

  • Chorprojekt unter professioneller Leitung
  • ins Leben gerufen und organisiert von zwei Studentinnen der Sozialarbeit

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Flyer

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Internationales Singen im Kulturzentrum KAZ in Göttingen

  • Göttinger Kommunikations- und Aktionszentrum
  • Menschen aus verschiedenen Ländern bringen sich gegenseitig Songs bei, die Themen wie Liebe und Freiheit beinhalten

Kontakt:  Halida Sydymanova:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / 0179 - 130 53 13

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"Weit vom Auge - weit vom Herz!" - ein Tanztheater in Freiburg

  • Tanztheater, bei dem selbstgeschriebene Gedicht von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Mittelpunkt stehen.
  • Themen sind: Heimat, Krieg, Flucht, Familie, Glaube, Hoffnung

Kontakt:  Barbara Davids: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / 0761 - 756 38

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Internationale Zirkusprojekte der KulturBrücken Görlitz e.V.

  • Integratives Zirkusprojekt „Cyrkus für alle“ mit Asylbewerberkindern            
  • Regionale Mehrsprachigkeit und Erfahrung in binationalen Projekten
  • Können diese Erfahrungen bei der Arbeit mit Flüchtlingskindern nutzen

Kontakt: 03581 661920, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Interkulturelles Orchester des Kulturzentrums musa in Göttingen

  • Musiker kommen aus verschiedenen Kulturen
  • Traditionelle Musikstücke werden neu instrumentalisiert

KontaktDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / 0551 - 643 53

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Opernprojekt "Cosi fan tutte" des Vereins Zuflucht Kultur e.V. in Stuttgart

  • Künstler/-innen, Bürger/-innen und Flüchtlinge arbeiten die Mozartoper "Così fan tutte" für die Bühne auf
  • Ziel ist die gemeinsame Aufführung

Kontakt:  Cornelia Lanz: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / 0176 - 760 70 574

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Beispiele für Freizeitaktivitäten mit Flüchtlingen

Alte Brauerei Interkulturelles SportfestMit Sport-, Bewegungs- und anderen Freizeitangeboten kann dem tristen Alltag in den Unterkünften entkommen werden. Den Menschen werden Freiräume zur Entfaltung und Integration gegeben.

Sprachbarrieren sind bei sportlichen Aktivitäten kein großes Hindernis. Gerade Fußball ist ein internationales Spiel, bei dem weder viele Regeln erklärt und verstanden werden müssen noch teures Equipment benötig wird. Da die Unterkünfte der Flüchtlinge häufig wenig Platz bieten und die Privatsphäre eingeschränkt wird, ist es wichtig, Angebote zu finden, die außerhalb der Unterkünfte stattfinden.

Bibliotheken und Bücher

  • Ein Bibliotheksausweis kann mit einer Meldebescheinigung beantragt werden.
  • Mit einem Dresden-, Leipzig- und Chemnitz-Pass muss keine Gebühr entrichtet werden.
  • Geplant ist, die Benutzerordnungen sächsischer Bibliotheken in weitere Sprachen zu übersetzen.
  • Zu den anspruchsberechtigten Personen eines Dresden-, Leipzig- oder Chemnitz-Passes zählen Personen, die unter das Asylbewerberleistungsgesetz fallen.

finger links Eine umfangreiche Büchersammlung finden Sie in der Kategorie "Sprachförderung"

Sport

Möglichkeiten:

Offene Treffs

Laden Sie zu einem offenen Café ein, bei dem jeder selbstgemachte Speisen mitbringen kann. Das klappt meist sehr gut, da sich die Menschen mit ihren eigenen Speisen und Traditionen präsentieren können und damit etwas zur Gastfreundschaft beitragen. Essen und Tee anzubieten, ist in den meisten arabischen Ländern eine wichtige Tradition. Ebenso spielt Gastfreundschaft eine sehr bedeutende Rolle. Somit geben Sie den Menschen die Chance, etwas zurückzugeben. Offene Treffs bieten zudem die Möglichkeit der leichten und ungezwungenen Kommunikation.

 

Beispiel:  Café ohne Grenzen  in Berlin-Pankow

Jeden 2. Sonntag findet das Café ohne Grenzen (Flüchtlings-Familien-Café) im JUP e.V. in Pankow statt. Es kann gekickert, geklönt oder hinter der Theke geholfen werden, aber auch eine Beteiligung an Aktivitäten für Kinder ist möglich. Das Familien-Café ohne Grenzen bietet die Möglichkeit, dass sich die neuen und alten Pankower Nachbar/-innen unkompliziert kennenlernen. Gekochte und gebackene Speisen aus verschiedenen Ländern werden geboten. Wer kommen mag, kann gerne etwas für das Buffet (Kuchen, Salat, Obst) mitbringen.

 

Beispiel: Offenes Internationales Café  im Jugendzentrum der Offensive Junger Christen in Reichelsheim (Odenwald)

Es ist ein offener Treffpunkt für Einheimische und Flüchtlinge. Begrüßung mit traditioneller eritreischer Kaffeezeremonie. Es besteht die Möglichkeit erste Sprachkenntnisse im Alltag anzuwenden, deutsche Kultur, Denk- und Lebensweise kennen zu lernen. Billardspielen und Kickern sind möglich, Gesellschaftsspiele sind auch vorhanden.

 

Beispiel: Frauen-Sprach-Treff  im Café International von AsylWorms

Ziel ist es, die Deutschkenntnisse zu verbessern und das Zusammentreffen von Frauen aus verschiedenen Ländern zu ermöglichen.

 

Beispiel: Vätertreff des Ausländerrates Dresden im Internationalen Begegnungszentrum

Alle zwei Wochen treffen sich Väter um sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und ihre Freizeit miteinander zu verbringen. Ziel der Treffen ist es, neue Perspektiven für die Väter und ihre Familien zu entwickeln. Auch soll ihre gesellschaftliche Teilhabe verstärkt werden.

Spielabende

  • Spieleabende sind ein niederschwelliges Angebot, bei dem auch Spiele aus den Heimatländern der Flüchtlinge ausprobiert werden können.

  • Einheimische und Flüchtlinge können sich gegenseitig Spiele erklären, aber auch neue Spiele entwickeln.

Beispiel: Nachbarschaftskreis  (Hannover-) Mitte

Gründung eines Nachbarschaftskreises für Flüchtlinge, der in zweiwöchigen Abständen Spieleabende in der Flüchtlingsunterkunft organisiert.

Bauen, Basteln, Töpfern

Bauprojekte haben den Vorteil, dass die hergestellten Stücke weiter verwendet werden können. Praktisches Know-how, welches im Herkunftsland erworben wurde, kann eingesetzt werden. Die hergestellten Dinge können zum Verschönern der Flüchtlingsheime genutzt werden. Neben Möbeln können auch Blumenkästen und viele andere Dinge hergestellt werden.

Beim Töpfern und anderen kreativen Angeboten kann der Phantasie freien Lauf gelassen werden. Es lassen sich aber auch Nutzgegenstände wie Schalen und Becher herstellen. Diese können ihren Platz bspw. in den Unterkünften oder Gartenprojekten finden.

Beispiel: CUCULA  – Das Unternehmen von und für Flüchtlinge in Berlin

Sie bauen und verkaufen Möbel, an deren Herstellung Flüchtlinge beteiligt sind. Vorlagen für die Möbel sind Werke vom italienischen Designer Enzo Mari. Verwertet bzw. verbaut werden auch Originalteile von Flüchtlingsbooten. Weitere Angebote von CUCULA sind Bildungsprogramme, Sprachkurse, Alltagshilfen und Rechtsberatung.

Gärtnern

Subsistenzwirtschaft spielt in vielen Ländern und Regionen eine bedeutende Rolle. Daher verfügen die Menschen über Know-how im Anbau von Obst & Gemüse sowie Nutzpflanzen. Dieses kann bei lokalen Gartenprojekten eingebracht werden und zur Begegnung von Aufnahmegesellschaft und Flüchtlingen beitragen. Zusammen ernten und kochen stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl.

 

Beispiel: Internationale Gärten Dresden

Errichtung eines Gemeinschaftsgartens, in dem Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern gleichberechtigt sind, dabei werden Obst und Gemüse angebaut und sich dabei begegnet und kennengelernt. Die Internationalen Gärten dienen als Begegnungs-, Kommunikations- und Produktionsort. Das Leitbild der Arbeit ist die Stärkung der demokratischen Alltagskultur. Die aktive Partizipation und Integration sozial, perspektivisch und beruflich steht in der Tradition der Idee der amerikanischen community-gardens und baut auf den Erfahrungen anderer Gärten dieser Art in Deutschland auf.

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 0151-53907002 (Mohammad)

  

BeispielGartenprojekt "Fremde werden Freunde" des Vereins GreenFairPlanet in Minden

Bürger und Flüchtlinge gärtnern zusammen. Alle Beete werden gemeinschaftlich genutzt. Die Beteiligten lernen voneinander und ernten zusammen. Auch Kinder können mithelfen. Ein Fahrdienst wurde für die Gemeinschaftsgärten eingerichtet.

Fahrradwerkstatt

Tickets für den ÖPNV sind für Flüchtlinge ein Luxus. Daher ist es wichtig, dass ihnen Fahrräder bereitgestellt werden, damit sie mobil sind. Mit Rädern lässt sich die Umgebung besser erkunden und auch selbstständig zu Terminen fahren. Bei Fahrradwerkstätten ist es wichtig, dass neben der Verkehrstüchtigkeit der Fahrräder auch sicher gestellt wird, dass die Flüchtlinge die Verkehrsregeln kennen. In einer Fahrradwerkstatt kommen sich zudem Einheimische und Flüchtlinge näher, indem gemeinsam alte Fahrräder fit gemacht werden.

Beispiel: Fahrradwerkstatt der Flüchtlingshilfe Dietzenbach bei Frankfurt a.M.

Die Fahrradwerkstatt wurde als Arbeitsgruppe gegründet und direkt vor der Notunterkunft eingerichtet. Es erfolgt eine Weitergabe von gebrauchten Fahrrädern an Flüchtlinge, dabei reparieren Flüchtlinge unter Anleitung die Fahrräder und machen sie verkehrssicher.

Kochen

Bei Kochabenden steht neben dem gemeinsamen Essen das Kennenlernen der Kulturen im Mittelpunkt. Während der Zubereitung können erste Informationen über die Herkunft der Speisen und die spezifischen Besonderheiten der Küche geliefert werden. Auch haben Flüchtlinge die Möglichkeit die deutsche Sprache zu gebrauchen, wenn sie bspw. über die Heimatspeisen erzählen. Beim Austausch über Rezepte, Tipps und Tricks werden erste persönliche Beziehungen hergestellt. Die gemeinsame Erstellung und Publikation von Kochbüchern ist eine weitere Option. Vor allem die Möglichkeit des sich Einbringens über das Kochen sollte nicht unterschätzt werden. Dies ist oft die Domäne der Frauen, die so ihr Heimatland präsentieren können.

Beispiel: Über den Tellerrand e.V. in Berlin

Flüchtlinge stellen Speisen aus ihren Heimatländern vor. Die Initiative ging von Berliner Studenten aus. Neben der Zubereitung des Essens stehen die Kulturen der Köch/-innen im Vordergrund. Ein weiteres Ziel ist der Aufbau eines Freundschaftsnetzwerkes. Ein zweisprachiges Kochbuch ging aus der Aktivität hervor: "Rezepte für ein besseres Wir – Recipes for a better Us"

BeispielNordkaukasische Köstlichkeiten in Berlin und Luckenwalde in Brandenburg

Zweimonatige Projektarbeit eines Projektmanagementkurses der Humboldt-Universität. Das Projekt wurde von Student/-innen initiiert. Es gibt Informationen über den Nordkaukasus und die dortige Küche. Das Projekt dient dem kulturellen Austausch zwischen deutschen und nordkaukasischen Frauen.

Nähen und Stricken

In vielen Ländern ist Nähen ein weit verbreitetes Handwerk und ermöglicht den Familien mit wenig Geld Kleidung passend zu machen. Nähkurse bzw. die Möglichkeit des Nähens werden in soziokulturellen Zentren oder anderen Institutionen angeboten und stellen eine echte Hilfe zur Eigenständigkeit her. Die Bereitstellung von Nähmaschinen und Zubehör kann dabei auch über Spenden organsiert werden. Beim gemeinsamen Nähen kommt man auch ins Gespräch.

Beim Nähen und Stricken kann man zudem in lockerer Atmosphäre seine Sprachkenntnisse erweitern. Handarbeitsabende mit leichter Konversation reduzieren die Hemmschwelle beim Sprechen.

BeispielProjekt "Homeless" des Netzwerks Asyl e.V. Wittislingen

Im Rahmen des Projektes wurde eine Näh- und Schneiderstätte in der Asylunterkunft eingerichtet dabei werden die Flüchtlinge von den ansässigen Bürger/-innen unterstützt. Das Projekt wurde auf dem Dorffest publik gemacht. Geschneiderte Waren können gegen Spenden erworben werden.

 

Interkulturelle Tage und Wochen

Interkulturelle Wochen finden jedes Jahr im Herbst in ganz Sachsen statt. Zeitspanne, Zielgruppe und thematische Schwerpunkte sollten am örtlichen Bedarf orientiert sein. Hier besteht die Möglichkeit, mit Hilfe der Flüchtlinge ihre Herkunftsländer vorzustellen und sich der Aufnahmegesellschaft zu präsentieren und zu öffnen. Die Organisation ist etwas aufwendiger. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich ein solches Vorhaben über den Kulturraum oder die Kommune fördern zu lassen. Der Mehrwert liegt vor allem darin, ein öffentliches Format zu schaffen, mit dem auch die einheimische Bevölkerung mitgenommen wird.

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