Sächsischer Förderpreis für Kunst und Demografie 2020

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   Über die Frage, was uns zusammenhält und
   in welcher Gesellschaft wir leben wollen.

 
PREISTRÄGER

Der Sächsische Förderpreis für Kunst und Demografie »KunstZeitAlter« 2020
geht an die Kulturinitiative Zwenkau

Kulturministerin Barbara Klepsch:
"Der Förderpreis zeigt, wie stark sich die Kultur dem Thema Zusammenhalt annimmt."

Der Sächsische Förderpreis für Kunst und Demografie »KunstZeitAlter« geht in diesem Jahr an die Kulturinitiative Zwenkau e.V.
Dazu kam die Jury des Preises, die am 16. Juli 2020 einen Preisträger aus den 39 Konzepteinrichtungen ausgewählt hat.

Der zum dritten Mal ausgelobte Förderpreis widmete sich in diesem Jahr dem Thema Zusammenhalt und suchte Projektkonzepte, die sich mit den Mitteln der Kultur für das soziale Miteinander einsetzen und dabei unterschiedliche Bevölkerungsgruppen aktiv einbeziehen.

Die Kulturinitiative Zwenkau erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Förderpreises für ihr Projektkonzept »FAKTOR: Mensch. Eine Statistik-Revue.« Das Projekt überzeugte die Jury durch eine einfache wie kluge Idee, über statistische Merkmale Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Zwenkauer Stadtgesellschaft mit der Kunstform Theater zu besprechen.

Der Sächsische Förderpreis für Kunst und Demografie Preis steht nicht nur im Zeichen demografischer Herausforderungen, sondern trägt zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe bei, das Miteinander neu zu denken und Zusammenhalt ganz praktisch – auch im Sinne einer Krisenbewältigung – zu gestalten.

"Zusammenhalt bedeutet Engagement, Solidarität und Toleranz. In der Corona-Krise sind uns diese Prinzipien noch wichtiger. Es geht mehr denn je darum, dass jeder auch an den anderen denkt und wir das gemeinsame Gespräch nicht verlernen. Die vielen Einreichungen haben anschaulich vorgeführt, wie stark sich die Kultur dem Thema Zusammenhalt annimmt und welche vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten es hier gibt. Ich freue mich sehr, dass es mit diesem Preis gelungen ist, das Thema Zusammenhalt, das viele Menschen in unserer Gesellschaft bewegt, in ganz besonderer Weise mit Kunst und Kulturarbeit zu vermitteln", so Kulturministerin und Schirmherrin des Förderpreises Barbara Klepsch.

Dazu Rechtsanwalt Dr. Thietz-Bartram, Jurymitglied und Vorsitzender der Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung, welche auch das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro gestiftet hat: "Dieser Ansatz eignet sich ganz besonders dafür, den Dialog in einem Gemeinwesen zu stärken und darüber Annäherungen und Zusammenhalt zu fördern. Die Juryentscheidung ist damit ganz im Sinne des Stifters, auch kleinere, bisher nicht so bekannte Projekte zu honorieren und damit das gesellschaftliche Engagement für das Gemeinwesen gerade im ländlichen Raum zu unterstützen."

"Die Konzeptidee zeigt, gerade weil sie so simpel wie einleuchtend ist, wie mit kulturellen Methoden Dialoge auf andere Art geführt werden können. Dabei besteht die Chance, die Unterschiedlichkeit der Menschen in ihren Haltungen und Wünschen in einem geschützten künstlerischen Format mit den Bürgerinnen und Bürgern Zwenkaus zu thematisieren. Dahinter steht der Ansatz, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nur in der Begegnung verschiedener Milieus entwickelt werden kann, um Brücken zwischen vermeintlichen Gegensätzen bauen zu können", so Anne Pallas, Geschäftsführerin Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.

In die Finalrunde kamen zudem die Projekte Original-Ton Görlitz / Oryginalny dźwięk Zgorzelec – ein partizipatorisches Klangkunstwerk zum 950. Stadtjubiläum, eingereicht von der Evangelischen Kulturstiftung Görlitz, und die Zschachwitzer Märchentage des Soziokulturellen Zentrums Putjatinhaus Dresden e.V.

Eine öffentliche Preisverleihung mit Übergabe des Preisgeldes erfolgt im Herbst 2020 im Kulturkino Zwenkau. Das Preisgeld von 10.000 Euro soll im Jahr 2021 zur Umsetzung des eingereichten Konzeptes verwendet werden.

 

Informationen zur Ausschreibung des Preies

ANLIEGEN

Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist eine der tragenden Herausforderungen unserer Zeit. In einer vielfältigen, globalisierten und politisch polarisierten Gesellschaft braucht es umso stärker das soziale Miteinander. Demographische Entwicklungen beeinflussen den sozialen Zusammenhalt dabei genauso, wie individuelle Zugehörigkeitsgefühle. So ist etwa laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung der Grad des gesellschaftlichen Zusammenhaltes desto höher, je höher auch der Anteil junger Menschen in einem Bundesland ist. Und umgekehrt wirkt sich ein hoher Überalterungsgrad einer Region negativ auf das soziale Miteinander aus. Wie sich Gesellschaft darauf einstellt und welche Möglichkeiten des guten Miteinanders es gibt, ist eine Herausforderung, der sich der Förderpreis widmet.

Der technologische Wandel erfordert zudem eine hohe Anpassungsleistung der Bevölkerung und beinhaltet neben vielen Chancen auch Risiken der Ausgrenzung und Überforderung. 

Die neue Unübersichtlichkeit braucht deshalb neue und alte Bindungen. Die Sehnsucht nach Heimat und Identitätsräumen gehört genauso dazu, wie ein tolerantes Miteinander, starke familiäre Bindungen, die ehrenamtliche Verantwortungsübernahme für das Gemeinwesen, die Unterstützung Hochbetagter oder die Solidarität mit Migranten.

Ein starkes Ehrenamt, eine gute zivilgesellschaftliche Infrastruktur und eine mutige und mündige Bevölkerung sind wichtige Bausteine für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. 

Den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern heißt deshalb, sich der kulturellen und sozialen Potenziale einer Gesellschaft bewusst zu werden und aktiv eine Auseinandersetzung zwischen vermeintlichen Gegensätzen von Jung und Alt, Oben und Unten, digital und analog, Ost und West, Stadt und Land, Links und Rechts oder Arm und Reich anzustreben.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist dabei keine politische Phrase, sondern er drückt das Vertrauen in die menschliche Fähigkeit aus, sich mit seiner Umwelt und seinen Mitmenschen zu solidarisieren, füreinander einzustehen und Verantwortung für etwas Größeres als nur das eigene ICH zu übernehmen.

 

INHALT

Der Förderpreis für Kunst und Demografie regt dazu an, sich im Kontext wandelnder Gesellschaften dem sozialen Miteinander zu widmen und Projektkonzepte zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Sachsen zu entwickeln und einzureichen. Der Preis fördert die Umsetzung eines herausragenden Konzeptes, welches mit kulturellen Praktiken und künstlerischen Mitteln das Wir-Gefühl und die Verbundenheit mit dem Gemeinwesen stärkt und dabei unterschiedliche Bevölkerungsgruppen aktiv einbezieht.

Die Interaktion und damit der Einbezug unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen steht hier im Vordergrund. Denn der gesellschaftliche Zusammenhalt kann nur in der Begegnung verschiedener Milieus entwickelt werden, um eine Gesellschaft des gegenseitigen Respekts und der Solidarität, der Dialog- und Kritikfähigkeit, der Achtsamkeit und Toleranz zu befördern.

Über die kulturelle Praktik und das künstlerische Mittel können dabei neue Sinnzusammenhänge geschaffen werden, in denen man über sich hinauswachsen, neue Gemeinsamkeiten finden und alte Gemeinschaften stärken kann. Sei es das besondere Fest, das gemeinsame Gestalten oder ein verbindendes Projekt - mit den Methoden der Kulturellen Bildung und der Kraft der Kunst werden gemeinschaftsbildende Momente möglich, kann man das Gegenüber besser verstehen und das Miteinander schätzen lernen.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist das Versprechen auf ein starkes Gemeinwesen, das in Vielfalt vereint ist. Für diesen zu streiten ist mehr als ein Solidaritätsbekenntnis. Es ist die Einsicht, dass die großen Dinge nur gemeinsam bewegt werden können und dass wir als Gesellschaft auf das Miteinander angewiesen sind. 

 

TEILNAHME

Der Konzeptpreis richtet sich an alle Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden in Sachsen.

Der Preis wird jeweils für die Realisierung eines neuen Vorhabens im Jahr 2020/2021 vergeben.

Teilnehmen können alle Kultureinrichtungen etwa Theater, Soziokulturelle Zentren, Museen, Musikschulen, freie Initiativen bzw. Projektträger mit gemeinnütziger Rechtsform, Einzelkünstlerinnen und Einzelkünstler nur zusammen mit Institutionen, die ihren Sitz in Sachsen haben. Die Projekte können aus dem professionellen und semiprofessionellen sowie Laienbereich (Laien unter professioneller Anleitung durch Künstlerinnen und Künstler) stammen.

Die möglichen Vorhaben (Projekte, Aktionen, Aufführungen, Ausstellungen etc.) können in allen künstlerischen Genres und Formaten stattfinden.

Eingereicht wird neben der Kurzbeschreibung des Vorhabens im Online-Teilnahmeformular jeweils ein ausführliches schriftliches Konzept (Projektvorstellung), welches das Vorhaben darstellt.

Das auszureichende Preisgeld von 10.000 € soll zur Umsetzung des vorgestellten Vorhabens (vgl. Projektkonzept) verwendet werden. Der Preisträger erklärt sich zudem bereit, sein realisiertes Projekt zu einem späteren Zeitpunkt den Ausrichtern des Preises (Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung, SMWK, Landesverband Soziokultur) vorzustellen bzw. diese zur Ergebnispräsentation einzuladen. 

 Deckblatt Faltblatt KunstZeitAlter 2020 ZUSAMMENHALT small

PREISGELD:
Das Preisgeld in Höhe von 10.000 € wird gestiftet von der Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung und soll für die Umsetzung des Vorhabens verwendet werden.

 

EINSENDESCHLUSS: 31. Mai 2020

 

SCHIRMHERRIN DES FÖRDERPREISES:
Schirmherrin des Sächsischen Förderpreises für Kunst und Demografie 2020  "KunstZeitAlter" - ZUSAMMENHALT ist die Staatsministerin für Kultur und Tourismus Frau Barbara Klepsch.

 

TRÄGER DES FÖRDERPREISES:
Das Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. vergibt zusammen mit der Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus den Sächsischen Förderpreis für Kunst und Demografie "KunstZeitAlter".

 

PREISVERLEIHUNG:
Die Preisverleihung des dritten Sächsischen Förderpreises für Kunst und Demografie 2020 "KunstZeitAlter" - ZUSAMMENHALT wird im Zeitraum Sept./ Nov. 2020 stattfinden.

 

KONTAKT:

Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.

Ansprechperson/ Projektleitung:
Kathrin Weigel |  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  |  Tel.: 0351 – 802 17 66

  

 

 

 

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Grafik, Gestaltung und Layout: Kathrin Weigel - Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.

 

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