Heimat (er)finden 2009

Wertvolle Heimat

Wettbewerb „Heimat (er-)finden" erfolgreich durchgeführt

Heimat 2009 (Veranstaltungsmanagement: Kathrin Weigel)

Was ist ein Wert? Welche Werte schreibe ich meiner Heimat zu, was macht sie wertvoll für mich, für uns, für unser Zusammenleben? Mit diesen Fragen beschäftigten sich über 200 Kinder und Jugendliche, aber auch gemeinnützige Organisationen, die sich mit ihnen zusammen Projektideen ausdachten. Der Landesverband Soziokultur Sachsen hatte zum zweiten Mal landesweit zur kreativen Beschäftigung mit Heimat und regionaler Identität aufgerufen. Am 5. Dezember 2009 fand im Parkhotel Weißer Hirsch in Dresden die Preisübergabe statt.

Wie wichtig für uns Heimat ist – trotz aller Vereinnahmungen des Begriffs,–, wusste schon Johann Gottfried Herder, der einmal schrieb: „Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss." Und doch bedarf es der Reflexion, des Blickes auf unser gesellschaftliches Umfeld, um die Einbettung und die Bindekraft im Kontext globaler Gemeinschaft entwickeln und erleben zu können. Gerade Kinder und Jugendliche sollten dabei unterstützt werden, die Bedeutung der örtlichen Gemeinschaft und die Notwendigkeit eigener Beiträge zu erkennen. Denn: Wert bleibt nur, was als Wert erlebt, ergänzt oder fortgeschrieben wird. Alles andere wäre Kulisse oder – im schlimmsten Falle – Trümmerfeld des Vergangenen.

„Heimat (er-)finden!" 2009 lief in bewährter Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesjugendamt unter Schirmherrschaft der Sächsischen Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Frau Christine Clauß, und wurde vom Freistaat gefördert. Als neuer Kooperationspartner konnte die Berufsfachschule für Wirtschaft und Technik der TÜV Rheinland Bildungswerk GmbH gewonnen werden. Wir freuen uns, dass wir sehr viel Zuspruch zu dieser Form der Auseinandersetzung mit Heimat erfahren, etwa durch die Sächsische Staatsregierung, die in ihrem Kommentar zum Dritten Kinder- und Jugendbericht explizit auf die Bedeutung des Wettbewerbs verwies. Abteilungsleiterin Regina Mannel, die das Grußwort der Jugendministerin vortrug und den Sonderpreis des Ministeriums überreichte, wertete dies als „Ritterschlag" für den Wettbewerb.

Das Altersspektrum derer, die sich aktiv am Wettbewerb beteiligten, reicht von sechs bis 27 Jahren. Bemerkenswert schien uns, dass trotz des nicht eben leichten Themas, der Vermittlungsbedürftigkeit des Anliegens und der Reduktion auf Projektideen (im vergangenen Durchgang war auch die Einreichung von Produkten möglich) ein großes Innovationspotential sichtbar wurde. Unsere Vermutung, gerade im Spektrum der soziokulturellen Kinder- und Jugendarbeit müsse mit Ideen zu rechnen sein, die zu heben lohne, hat sich bestätigt. Zwar erreichten uns weniger Beiträge als im vergangenen Jahr, doch war das Thema etwas komplizierter und man kann auch nicht jährlich eine Massenbewegung auf diesem Gebiet auslösen. Die Ausschreibung wird folglich biennal vorgenommen. Zur Etablierung des Wettbewerbs als „Marke" war es jedoch notwendig, mit dem Zyklus in diesem Jahr zu beginnen.

Mit dem Hauptpreis im Wert von 3.000 € wurde eine Kindergruppe des Kinder- und Jugendhilfswerks Huflattich e. V. aus Venusberg ausgezeichnet. Der Beitrag mit dem Titel „Heimatsocke – Wertvoll ist das, was man erlebt und bewegt" kreist um das „Erlaufen" von Erinnerungen: die 8- bis 12jährigen machen sich im wahrsten Wortsinne auf die Socken, um ebensolche und deren Geschichten einzusammeln und sie in Form eines „verbindenden Netzes" zu präsentieren.

Der Sonderpreis der Staatsministerin, dotiert mit 2.000 €, zeichnet den Verein Buchkinder Leipzig aus, der Reflexionen aus dem Leipziger Osten plant. Kinder und Jugendliche – überwiegend mit Migrationshintergrund – wollen ein Tagebuch erarbeiten und veröffentlichen, das sich dem Thema „Werte und Heimat" aus einer interkulturellen Perspektive nähert. Die Jury war der Ansicht, dass die beiden Hauptpreisträger die kreative und auf umfassende Kommunikation fokussierte Auseinandersetzung sehr überzeugend bewältigt haben. Beide Vorhaben laden auch zum Nachmachen und Weiterdenken ein.

Ferner überreichten Vertreter/innen des Landesverbandes und der Jury weitere drei Preise im Wert von je 1.500 € sowie fünf Preise zu je 800 €. Mit diesen wurden Ideen ausgezeichnet, die sich um Komplexe wie Wandel, Globalisierung, Sprache, Engagement oder Natur rankten. Dabei reicht das Spektrum vom Interview über den Trickfilm bis hin zu Ausstellungen oder Spielentwürfen.

 Heimat 2009 - Faltbaltt (Wettbewerbsmanagment: Kathrin Weigel)    Heimat 2009 - Faltbaltt

 

Übersicht aller Preisträger "Heimat (er)finden 2009 - Motto: Werte"

 
1. Preis
3.000,- €
  "Heimatsocke -
wertvoll ist das, was man erlebt und bewegt   
Kinder- und Jugendhilfswerk Huflattich e.V.  

 
Sonderpreis
2.000,- €
  "Tagebücher" Buchkinder Leipzig e.V.  

 
2. Preis
1.500,- €

 
"Heimat, Deine Helden" Kulturfabrik Hoyerswerda e.V.  
  "Muldenmaps" Denkmalschmiede Höfgen gGmbH
 

 
"Heimreise" Geyserhaus e.V.  

 
3. Preis
800,- €

 
"Malplatte" Kulturfabrik Hoyerswerda e.V.  

 
"Erforschung heimischer Pflanzen" Gesellschaft für Naturbildung e.V.  

 
"Wertvoller Wandel???" Geyserhaus e.V.  

 
"Kurz(trick)film Werte" Festivalfrequenz e.V.  

 
"Su ah Theador" Alter Gasometer e.V.  
 

 

 

Fotogalerie zur Preisverleihung am 5. Dezember 2009